Teil eines Werkes 
Bd. 1 : Abt. 1 (1831) Elemente der technischen Chemie
Entstehung
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2.B.

Multiple Verhältnisse. W ahlverwandtschaft. 9

100 Theile wasserleeres schwefelsaures Eisenoxydul enthalten 46,706 Schwefelsäure und 53,294 Eisenoxydul; in jener Menge Schwefelsäure sind enthalten 31,88 Sauerstoff, im Eisenoxydul aber 10,63, es verhal- ten sich aber 31,88: 10,63= 3: 1. Ein ander Beispiel. 1985,110 niedrigstes Schwefelkupfer verbinden sich mit 540,378 niedern Schwe- feleisen zum Buntkupfererz; in ersterm sind 402,330 Schwefel enthalten, in letzterm 201,165 Schwefel, das ıst= ze ık

Auch bei denjenigen Substanzen, welche sich in allen möglichen Ver-

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hältnissen mit einander verbinden, wie z. B. Schwefelsäure und VVas- ser, oder Alkohol und WVasser, lassen sich mehr oder minder deutlich Spuren solcher konstanten Mischungsverhältnisse, einfacher multipler Pro- portionen nachweisen. So enthält z. B. die concentrirteste Schwefel- säure 18,345 WVasser in sich und 81,663 wasserleere Säure, deren Sau- erstoffgehalt sich zu dem des Wassers verhält= 3: 1, Hat die Säure so viel Wasser angezogen, dafs sie 315 enthält, dann verhält sich der Sauerstoffgehalt der wasserleeren Säure zu dem des Wassers= 322; solche Säure krystallisirt sehr leicht schon bei+ 4°, und schmilzt erst bei+ 755°. Beim Zusammenmischen gleicher Raumtheile concentrirter Schwefelsäure und Wasser ist die Zusammenziehung, oder Raumesver- minderung des Gemisches am stärksten, nämlich 2,99. Beim Zusam- menmischen von Alkohol und Wasser findet, so wie im eben erörter- ten Fall, eine Raumesverminderung statt, dieselbe ist dann am bedeu- tendsten, wenn man 53,94 Raumtheile Alkohol mit 46,06 VVasser mengt, sie beträgt 3,7759, merkwürdig verhält sich der in obiger Alkoholmenge enthaltene Sauerstoff zu dem im Wasser=1: 3] f

In so fern die Verwandtschaft ungleichartige Körper mit einander vereinigt, ohne Abscheidungen, Trennungen zu bedingen, nennt man dieselbe mischende Verwandtschaft, wenn aber chemische Bil- dungen mit Zersetzungen verknüpft sind, so wird der statthabende Pro- zels ein Wahlverwandtschafts-Prozefs genannt. Man unterscheidet hauptsächlich dreierlei verschiedne Formen, Typen, unter welchen sich die Wahlverwandtschaft äufsert, nämlich einfache und doppelte Wahlverwandtschaft, prädisponirende Verwandtschaft.

Wenn 3 Stoffe mit einander in chemische Wechselwirkung-tre- ten, und sich nicht alle 3mit einander, ohne dafs einer oder der andere ausgeschieden wird, verbinden, sondern so dafs eine aus 2Stollen a und b bestandne Verbindung a+ b durch einen dritten c, welcher grölsere Verwandtschaft zu a hat, als b zu a, getrennt wird, und eine neue Ver- bindung a-+ c sich erzeugt und b ausgeschieden wird, so nennt man dies den Prozels der einfachen Wahlverwandtschaft; der neu gebildete Körper a-+c heifst das Produkt, und der Abgeschiedne b das Edukt.

Wenn man auf kohlensaures Kali Schwefelsäure giefst, so entsteht schwefelsaures Kali(Produkt) und kohlensaures Gas(Edukt) entweicht.