Teil eines Werkes 
Bd. 1 : Abt. 2 (1832) Elemente der technischen Chemie
Entstehung
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Lütlicher Zinkofen, oberschlesischer Z. o. 15

Seiten angebrachte Haken p, p, 5 eiserne Schienen q,q horizontal über einander einlegen zu können, auf welchen die eisernen Vorlagen r, r mit ihren vordern Enden ruhen. Diese sind 1% Fufs lange konische Röhren von Gufseisen, hinten 14, vorn höchstens 1 Zoll weit; sie wer- den, nachdem die Röhren gefüllt worden, an dieselben so angelegt, dafs die Vorlagen sehr wenig nach hinten geneigt sind, damit der flüssige Zink nicht auslaufe, der Zwischenraum wird mit Lehm verstrichen; sie dauern nur etwa 3 WVochen bei täglichem Gebrauch aus. Man verlän- gert auch mitunter die Vorlagen durch aufgesteckte Blechröhren mit schr engen vordern Mündungen, um den Zinkverbrand zu vermindern. Ist der Ofen im Gang, so brennt zu allen Mündungen der Vorlagen ein bläuliches Flämmchen heraus; alle 2 Stunden zieht man mit eisernen Kratzen das flüssige Metall in einen untergehaltnen Löffel; in 12 Stun- den ist die Ladung abdestillirt, die Röhren werden geräumt, neu gela- den, die Vorlagen wieder angelegt, und so fortgefahren. Man erhält in 12 Stunden 100 Pfund Werkzink, der in gulseisernen Kesseln ver- schmolzen, in Formen gegossen, als Kaufzink in den Handel kommt; Abgang beim Umschmelzen 102.

Hollunders Tagebuch etc. Seite 349. Taf. 24.]

c) Beschreibung der in Oberschlesien*), Polen, Krakau, Gali- cien üblichen Zinkdestillation in Muffelöfen. In der neuern Zeit sind in Oberschlesien in der Standesherrschaft Beuthen viele Zinkhütten ange- legt worden; im Jahre 1823 waren 34 Hütten mit 4,958 Muffeln theils in Betrieb(25 Hütten), theils im Bau, theils im Fristen; nur eine Hütte ist landesherrlich, die Lydognia-Zinkhütte auf der Königshütte, die übrigen sind alle gewerkschaftlich. 1828 waren 23 Hütten im Betrieb, 9 im Fristen, 2 im Bau begriffen. 1829 zählte man 31 Hütten, 27 in der Herrschaft Beuthen, 4 in der Herrschaft Plels.

Auf Tafel VII sind in den Figuren 9 bis 22 die in Oberschlesien gebräuchlichen Oefen zum Caleiniren des Galmeis, zum Zinkdestil- liren, Abwärmofen für die Muffeln, nebst den einzelnen Theilen der- selben, dargestellt. Die Muffeln werden aus feuerfestem Thon mit einem Zusatz von gebrannten Muffelscherben(Charmotte) dargestellt; feuer- fester Thon wird zu Ruda, Krzeszowitz, Kattowitz in Oberschlesien gegraben. Die Anfertigung geschieht mittelst Klopfer über hölzerne Chablonen. Sind die Muffeln gehörig lufttrocken, so werden sie in einem eignen Abwärmofen Taf, VII Fig. 18 im Längendurchschnitt, Fig. 19 im Grundrifs, getrocknet und gebrannt. Dieser Ofen hat keinen

*), Lesoinne und Perdonnet tiber Lagerung, Förderung der Zinkerze und deren Ausbringen in Oberschlesien und Polen, in den A. d,. II serie Tom, 4. p. 305.