Teil eines Werkes 
1 (1802) Von dem Bau der Gewächse und der Bestimmung ihrer Theile
Entstehung
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Geschöpfe sehen, die durch das Lesen geschmackloser Bücher eine romantische Verzerrung ihres ganzen Wesens erlitten haben. Das Studium der Natur führt zur Einfachheit des Charakters: aus dem Rei⸗ che der Träume kehrt man leichter wieder ins Ge⸗ biet der Wirklichkeit zurück. Nur im Schooße der Natur heilen die Wunden, die durch Verirrungen der Vernunft und des Herzens entstanden sind.

Endlich weißt Du, mene geliebte Freundinn, am besten aus eigner Erfahrung, wie nothwendig und wie angenehm der Unterricht in Naturkennt⸗

nissen bey der Bildung des zartesten kindlichen Ver⸗

standes ist. Wer ander s als die Mutter hat die Pflicht auf sich, dem Kinde die rsten Begriffe bey⸗ zubrinzen? Wie lönute also eine künstige Mutter gleichgültig gegen Naturkenutnisse seyn, wenn sie nicht ganz ihre Bestimmung verkennen will?

Alle diese Gründe scheinen mir wichtig genug

zu seyn, um Beherzigung zu ver

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MWSHIV

zeugen, wie mich dünkt, von der Nothwendigkeit, Deinem Geschlechte Kenntnisse mitzutheilen, die ge⸗ meinnütziger und wenigern Mißbräuchen unterwor fen sind, als so viele andere gepriesene Wissenschaf⸗ ten und Sprachen, womit die Weiber nur zu glan