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chen geöffnet, das uns der entfernte Freund als Beytrag zu unserer Sammlung mittheilt! W Sie gern sendet man dagegen, was man entbehren kann, und denkt sich schon im Voraus die Freude, die auch unser Freund bey Erblickung der ihm neuen Pflan⸗ zen empfinden wird! Und kommt nun der Frühling mit seiner milden Himmelsluft, mit seinen schwel— lenden Knospen, mit allen seinen Blumen und Blů⸗ then, wer empfindet da, wie der Botaniker, die fro⸗ he Auferstehung der Natur! Wer ahnt da, wie er, die Unsterblichkeit, zu der wir berufen sind!
Du, meine Jugendfreundinn, kennst die Reize dieser lieblichen Wissenschaft: Du wirst gestehn, daß sie, weit entfernt, bloß auf die Sinne zu wirken, sehr würdig sind, unsern nach immer höhern Kenntnissen dürstenden Geist anzuziehn.
Die Vortheile, die der gebildete Mensch aus
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der Kenntniß der Pflanzen für die Bedürfnisse seines
Körpers, seines Geistes und Herzens zieht, sind so be⸗ trächtlich, daß sie kaum leise angedeutet werden dür—⸗ fen. Ehemals nahm man zu einseitig bloß auf die Vortheile Rücksicht, die die Pflanzen als Nahrungs⸗ und Arzneymittel g gewähren: indem man die Botanik
bloß dem Arzte überließ, schränkte man sie auf die


