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12 Erstes Kapitel. §. 16.
Jurücktreiben des Rhonewassers durch die Arve.
Die Arve steigt ost schnell und beträchtlich; viermal hat man sie so sehr anschwellen gesehen, daß, weil sie nicht geschwind genug zwischen den Hügeln ablaufen konn⸗ te, die sie unterhalb der Vereinigung mit der Rhone einschließen, ihr Wasser in dem Bette des Flusses strom⸗ aufwärts floß, und die Rhone nöthigte, mit ihm gegen den See zurückzufließen, und alle am Ufer der Rhone liegende Mühlen verkehrt umzutreiben. Diese sonder⸗ bare Erscheinung ward bemerkt am 3. December 1770, am ein und zwanzigsten November 16½r, am zehnten Hornung 1711, und am 14 September 1733.
Es hat noch andere große Austritte der Arve gege⸗ ben; man hat aber nur das Andenken der angeführten erhalten, und sie sind auch die einzigen, durch welche die Rhone gezwungen wurde, rückwärts gegen ihre Quelle zu fließen. Der letzte vom 26. October 1778, wovon ich weiter unten sprechen werde, hielt in der That den Lauf der Rhone auf, und machte ihr Wasser auf einige Augenblicke stehend, aber nöthigte sie nicht„ rvückwärts zu fließen.
Die äußerste Seltenheit dieser Naturerscheinung hängt von den Umständen ab, worunter sie statt finden kann; die Arve muß zu gleicher Zeit hoch und die Rhone sehr seicht seyn. Denn wenn die Rhone hoch steht, so kann die Arve in ihrem Bette nicht stromaufwärts flies⸗ sen. Man hat noch größere Austritte der Arve gesehen, als die, welche ich angegeben habe, z. B. den vom 23. Junius 1673. Er hielt wirklich den Lauf der Rhone auf; aber sie gieng nicht rückwärts, weil ihre Wasser da⸗
mals ) Man kann das Detail dieser Begebenheit von 1711 bey Fatio a. a. O. S. 464 nachsehen.
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