Teil eines Werkes 
4 (1820) Die altenburgsche Landwirthschaft / beschrieben von Friedrich Schmalz
Entstehung
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gen, um so viel an den Fuhren zu ersparen. Freunde des Bauherrn fahren dann das zugelegte Holz auf ein Mal herbei; der Zimmermeister begleitet es mit einigen Gesellen, und setzt es in den nächsten Tagen, wieder mit Hülfe der Freunde und Nachbaren des Bauherrns auf. Bei diesem Richten oder Heben eines Gebäudes giebt der Bauherr jedes Mal eine große Fete; ist der letzte Sparren gerichtet, so hält der Obergeselle(der Polier) eine Rede vom Gebäube herab, erzählt da zuerst die Geschichte der Baukunst, wo⸗ rin er besonders Noah und Salomon als die größten Bau⸗ meister nächst Gott schildert, dann dankt er Gott für seinen Beistand, und zuletzt dem Bauherrn und dessen Ehegattin für die aufgesteckten Geschenke. Diese Geschenke bestehen in schönen Tüchern und Bändern, für Meister und Gesel⸗ len, welche an einer jungen Tanne, die auf den Ecksparren befestigt ist, während der Rede des Obergesellen in der Luft flattern, und dem Publikum zur Schau dargestellt sind. Wenn die Rede geschlossen ist, trinkt der Redner in Bier die Gesundheit des Bauherrns und seiner Familie und wirft dann das Bierglas hoch hinter sich in die Luft. Ehmals herrschte der Aberglaube, daß, wenn dies Glas ganz blieb, es dem Bauherrn und seiner Familie in dem neu erbaueten Hause sehr wohl gehen und das Gebäude sehr lange stehen würde. Das Glas blieb sehr oft ganz, da es gemeiniglich auf weichen Rasen im Garten fiel und man gewöhnlich ein starkes dazu wählte, was vielleicht diese Reise durch die Luft mehtmals schon gemacht, folglich sich schon bewährt gezeigt hatte Jetzt achten nur wenige auf das Ganzbleiben dieses Glases. Wenn dann ein Lied aus dem Gesangbuche mit passendem Inhalt gesungen und

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