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ein Vaterunser gebetet ist, wird geschmauset, lustig gelebt und von wirthschaftlichen oder Familienangelegenhesten gesprochen, und so für die Meisten der Anwesenden ein an⸗ genehmer Tag verlebt.
Der Weidenbaum steht im Altenburgschen in ernem sehr großen Werth; an allen Flüssen, Bächen, auch Wie⸗ senrändern, auf Dorffluren und auf allen niedriggelegnen Stellen, die durch nichts besser zu nutzen sind, stehen Wei⸗ den, oder werden Weiden gepflanzt; so dicht neben einander, als es die Kronen der Bäume zulassen.
Aller 4, 5 bis 8 Jahre, je nachdem der Boden mehr oder minder den Wuchs der Weide begünstigt, werden die Weiden gekopft; gewöhnlich hat man sie auch in Schläge eingetheilt, damit alle Jahre einige zu köpfen sind, sollte auch ihre Zahl sehr klein seyn. Nach hem Löpfen, was gewöhnlich im zeitigen Frühjahr im März oder April ge⸗ schieht, nimmt man vorerst von dem herabgeköpften Holze das zu Schaufel⸗ und Mistgabelstielen passende Holz, dann die nöthigen Satzweiden zum Rekrutiren oder zu neuen Au⸗ pflanzungen weg, das übrige wird als Brennholz in kurze Büschel gehackt und verwahrt.
Bei vielen Wirthschaften ist dies Weidenholz von gro⸗ ßer Erheblichkeit; die zu dem Rittergut Ponitz gehörigen Weiden geben alle Jahre, trotz dem, daß vieles Weidenholz zu Wasserbauen verbraucht wurde, für mehrere Familien hinreichendes Brennholz, und mehreres bleibt noch zum Verkauf übrig. Ich kenne mehrere Bauern, welche wenig öoder kein Brennmaterial mehr, außer dem, was ihnen ihre


