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Die männliche Kleidung gefiel mir mehr als die weibliche; nur soll diese jetzt sehr verändert erscheinen und sich der sächsischen Bürgertracht sehr genähert haben, was ich nicht billigen kann, da ich fürchte, daß mit der Tracht so manches Gute, was dem Altenburger eigenthumlich war, verloren gehen wird.—
Nicht leicht werden sich in andern Ländern Baueen mit so vieler Bildung finden, als dies in dem Altenburg— schen wirklich der Fall ist. Er blieb bei seiner ihm eigen— thümlichen Kleidung, behielt seinen Dialekt bei, blieb bei seinen Sitten und Gebräuchen und schafft hierbei nur das wirklich Abgeschmackte ab. Er ist in Hinsicht der Moali⸗ tät nicht zurückgeblieben, sondern in vieler Hinsicht brad zu nennen, und die Religion steht bei ihm in hohem An— sehen. Bei allem dem hat er für seinen Stand einen sehr gebildeten Verständ und ist mit allem Recht denkend zu nennen. Wenn Einzelne, z. B. ganz in der Nähe von der Stadt Altenburg Wohnende ausarten, ihre Nationaltracht gegen vornehme Bürgertracht umtauschen, großen Hang zum Wohlleben und Großthun zeigen, ein großes Vergnü⸗ gen darin suchen, im Schauspielhaus auf der ersten Bank zu sitzen, Punsch und Wein zu trinken, Zuckerge⸗ backenes zu naschen und dabei ihre Wirchschaften versäu⸗ men, folglich nur das, was ihre Vorfahren durch Anstren—⸗ gungen aller Art hervorbrachten, genießen, so trifft dies nicht das ganze Völkchen und wird auch heute noch zu den seltenen Ausnahmen gehören.
Die Bewohner des einen Dorfs zeichnen sich oft ge⸗ gen die Bewohner eines andern sehr vortheilhaft aus, und ich habe die Ursachen davon nicht in den günstigern Lokal⸗
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