Teil eines Werkes 
4 (1820) Die altenburgsche Landwirthschaft / beschrieben von Friedrich Schmalz
Entstehung
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der Winter in der Regel nicht lange beständig, und so trifft sich's auch zuweilen, daß im December, sogar im Ja⸗ nuar die Schaafe ausgetrieben und sogar gepflügt werden kann. In der Gegend von Merane fährt man auch wohl noch auf dem Schlitten, wenn man in der Gegend um Zeitz schon pflügt.

Es scheint, als habe sich, seitdem ich das Altenburg⸗ sche verließ, das dortige Klima verschlimmert, denn fast allgemein erfror im vorigen Jahr der Roggen während der Blüthe, und der Herr Adjunkt und rer Klötzner schreibt mir aus Monstab, daß in den Riederungen seiner Gegend alte Schwarzpappelbäume er⸗ froren sind.

Das Frühjahr ist im Altenburgschen sehr angenehm; die Vegetation ist nicht so rasch als in Lithauen, die Baumblüthe hält viele Wochen an und gewährt so dem Na⸗ turfreunde den angenehmsten Genuß.

Eben so ist der Sommer sehr schön, nicht zu heiß, ö

doch warm und besonders angenehm sind die Morgen und die Abende. Die Temperatur der Atmosphäre wechselt nicht grell, so wie es in Lithauen der Fall ist, sondern än⸗ dert sich nach und nach. Im Durchschnitt kann die Wit⸗ terung weder naß noch trocken genannt werden, daher ist das Klima gesund und der Vegetation günstig. In den neuern Zeiten haben wohl in dieser Hinsicht einige Jahre seltene Ausnahmen gemacht, sie waren ungemein naß, wo⸗ durch Krankheit der Menschen und Thiere, und Mißwachs herbeigeführt und der Acker auf viele Jahre verdorben wurde.*