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§. 519.
Die Druse rührt, meiner Ansicht gemäß, in den meisten Fällen nicht von einer Ansteckung, sondern von Erkältung, vereint mit schlechter Nahrung und zu großer Anstrengung, her. Im Frühjahr, wo diese Kränk— heit am meisten herrscht, werden oft die Pferde in den oft warmen Tagen derb angestrengt, und sie in den oft sehr kalten Frühlings⸗ und Herbstabenden und Nächten nicht gegen die leicht stattfindenden Erkältungen geschützt, deren Folge nun oft die Druse ist. Im Sommer sind die Abende und Nächte wärmer, die Erkältungen sind daher um so seltner und darum ist die Druse auch im Sommer seltner.
Bei den Pferden, welche in den Nächten auf der Weide bleiben und am Tage arbeiten müssen, ist die Druse häufiger und bösartiger als bei denen, die im Stalle ge— füttert werden; darum findet diese Krankheit in Preußen häusiger statt, wie in Sachen, und deshalb ist sie auch in Preußen viel bosartiger wie in den Ländern, wo die Pferde im Stalle gefüttert und im Allgemeinen sorgfältiger gepflegt werden.
Der hiesige Bauer ist in der Regel froh, wenn es nur einigermaßen im Frühjahr anfängt zu grünen, damit er die Pferde aus dem Stalle los wird. Im Winter müssen sehr oft die armen Thiere mit bloßem Stroh, Abharksel und dergleichen vorlieb nehmen. Kommt das Frühjahr her— an, so sollen sie stark arbeiten und häben hierzu wenig Kräfte, darum erhitzen sie sich leichter als gut gefütterte und sind um desto leichter den Erkältungen ausgesetzt. Auf ein kraftloses Thier wirken alle krankheiterzeugende


