Teil eines Werkes 
2 (1815) Erfahrungen im Gebiete der Landwirthschaft. 2
Entstehung
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Aus eigner, vielfältiger Erfahrung weiß ich es, daß der Landwirth viel, sehr viel gewinnt, wenn er jedem Knecht zwei Pferde gibt, die er ausschließlich füttert, putzt und pflegt und mit denen er nur, außer bei ganz außer ordentlichen Fällen, stets arbeitet. Die Pferde, die ein Mal ein Knecht unter sich hat, muß man ihm so lange wie möglich lassen und nicht oft tauschen. Er wird bald eine vorzügliche Liebe zu diesen Thieren bekommen, und sie, im guten Sinne genommen, für sein Eigenthum ansehen. Er lernt sie so kennen, er weiß, wie sie behandelt seyn wol len; er weiß, was er ihnen zumuthen kann. Er wird sie sorgfältig behandeln und gegen jede Gefahr möglichst schützen, denn er hat selbst Freude an ihrem guten Gedei hen, an ihrer langen Dauer; und er sucht eine Ehre dar

innen, daß seine Pferde gut aussehen, gesund sind und viel leisten können.

Jede Lehre, in Hinsicht der zweckmäßigen Behand lung, ist ihm willkommen, und willig wird er darnach handeln, ist er anders kein schlechter, völlig verdorbener Mensch. Erkennt man, daß er letzteres wirklich ist, so wird wohl das Räthlichste seyn, ihn bald fortzuschicken. Gute Knechte werden, wenn sie eine gute Behandlung und Pflege, neben einem angemessenen Lohn, mit Gewißheit er warten können, sich genug finden, und die gefundenen auch aushalten, so lange es ihre Verhältnisse erlauben. Die Knechte ziehen lieber an den Ort, wo diese Ordnung herrscht, wo sie stets dieselben Pferde behalten, als an die Ctellen, wo keiner ausschließlich ein Paar Pferde hat,

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