Jene sagen:„die Nacht über ist das Wasser am wärmsten, und thut deshälb die mehrste Wirkung;“ die Zweiten sa— gen:„wenn am Tage die Wiese bewässert worden ist, so kann es des Nachts, wo es gewöhnlich am meisten wächst, desto besser wachsen. Wer hat Recht?
§. 244.
Ich, für meinen Theil, bin nicht für das Berieseln in so kurzen abgebrochenen Saötzen. Auf großen Wiesen, wo das Wasser einen langen Weg nehmen muß, so ist das⸗ selbe kaum bis an das Ende der Wiese gekommen, so wird es schon wieder weggenommen. In so kurzer Zeit kann überhaupt nicht so viel Wasser über die Wiese laufen, daß es durchdringt und im Erdreich zu spüren ist; nämlich ange— nommen, daß das Wasser auch als bloßes Wasser nützt, und daß ich zweckmäßig, d. h. mit äußerst wenig Wasser auf ein Mal beriesele; das Wasser darf kaum bemerkbar seyn, so dünn muß es auf der Oberfläche hinlaufen. Dann ha— ben auch oft die Berieselungsanstalten so angelegt werden müssen, daß nur mit vielen Umständen und Schwierigkei⸗ ten dieselben in Activität und außer Activität zu setzen sind, und dann ist auch öfters die Wiese sehr entfernt vom Gu— the, und mir scheint es nicht, als wenn der Vortheil, den das Berieseln in so kurzen Sätzen bringt, jener Schwie— rigkeiten werth ist.
§. 245. Nur bin ich auch nicht dafür, daß man eine Wiese mehrere Wochen lang ununterbrochen fork. berieseln läßt. Es sind doch Stellen, worauf das Wasser stehen bleibt,
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