Teil eines Werkes 
1 (1814) Erfahrungen im Gebiete der Landwirthschaft. 1
Entstehung
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§. 241.

Ich glaube wohl, daß jeder meiner Leser die Beriese lungsanstalten kennen wird, ich daher keine Beschreibung zu geben nöthig habe. Wer sich einen deutlichen Begriff von den Berieselungsanstalten und deren Wirkungen ma chen will, muß nach Thambach(einem Dorfe ohnweit Gotha) reisen, wo, nach der Aussage eines sachkundigen Freundes, der Augenzeuge davon war, die Einwohner un⸗ gemein vieles und schönes Futter auf ihren Wiesen und in ihren Gärten durch zweckmäßige Berieselung erzielen, und hierzu vortreffliche Anstalten besitzen.

F. 242.

Ueber die beste Zeit, wenn die Berieselungsanstalten in Activität gesetzt werden müssen, bleibt mir noch einiges zu sagen übrig. Im Frühjahr wird das erste Mal berie selt, nur muß man sich nicht übereilen, und zu früh Wasser auf die Wiesen lassen, es giebt doch Stellen, wo das Was⸗ ser etwas stehen bleibt, kommen nun starke Nachtfröste, so irfriert da, wo Wasser stehet, aber doch nicht hoch steht, sehr oft das Gras und man hat Verlust an Futter.

§. 243.

Dann habe ich es vortheilhaft gefunden, wenn ich einige Tage nur, vielleicht drei Tage lang, die Wiesen auf ein Mal berieseln ließ, und hernach das Wasser wie der drei Tage wegnahm und so zwei bis drei Wochen fort⸗ fuhr. Manche berieseln nur des Nachts, und am Tage nicht; ich habe auch wieder Landwirthe gesehen, die am Dige wässerten und am Abend das Wasser wegnahmen.