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Ansichten der Volkswirthschaft mit besonderer Beziehung auf Deutschland / von Karl Heinrich Rau
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Die Ulmer Kaufleute treiben beträchtlichen Leinwand handel. Sie kaufen die Leinwand von den Webern in der Stadt und Umgegend, geben sie auf die beiden großen Blei chen bei der Stadt, deren Gebrauch die Städter noch wohl feiler haben als Andere, und versenden sie dann. Sachkun dige Männer berechnen, daß im Durchschnitte jeden Sommer gebleicht werden gegen 10, οo Loden Haustuch, zu 68 ulm. Ellen 6890,οο E. Kaufmannstuch, etwa 3 mehr 85⁰0,ο

zusammen 1,5 30, 00 E.

Auf der Bleiche hat man zum Besprengen gar keine Zeit. Jedes Stück wird etwa sechsmal gesotten und gewalkt. Zum Sieden wird bloß Lauge aus gesiebter Buchenasche ge nommen.

Lauterbach in Oberhessen(Großherzogthum Hessen), zwischen Fulda und Gießen liegend, hat beträchtlichen Wohl stand durch Leinwandhandel erworben. Der Hauptgegen stand desselben ist das sogenannte Blau- und Weiß, ge streiftes, dichtes Zeuch zu Betten, Vorhängen, Kleidern be stimmt. Die Unternehmer kaufen das Garn, bleichen und färben es, lassen es von den Webern der Stadt und Umge gend weben und versenden das Zeuch auf die frankfurter Messe oder auf Bestellung. Das beste Garn ist das Bräun schweiger, welches aber die Engländer einige Zeit lang zu so hohen Preisen bezahlten, daß es von hier aus nicht mehr zu kaufen war; nächstdem liefert die Wetterau Garn. Der Absatz hat abgenommen wegen der wohlfeilen Baumwollen zeuche und wegen der Bedrangniß der unteren Stande, als

Ans. d. Volksw. 16