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Ansichten der Volkswirthschaft mit besonderer Beziehung auf Deutschland / von Karl Heinrich Rau
Entstehung
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der stärksten Abnehmer. Von hier aus wird zwar noch ein

großer Theil Deutschlands versehen, aber der Vertrieb nach

America hat aufgehört. Das Gewerbe hob sich in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, als ein Unternehmer den Indigo statt des Blauholzes einführte, welches keine haltbare Farbe giebt. Noch haben die Rachkommen dieses Mannes die Hauptgeschäfte. Die Stadt hat gegen 3400 Seelen, worunter 250 Webermeister mit vielleicht eben so vielen Gesellen. Ehmals, bei größerer Ausdehnung dieses Gewerbes, wurden jährlich an 33,300 Thlr. Arbeitslohn an die Weber in und außer der Stadt bezahlt. Nimmt man im Durchschnitt an, daß das mit 6 Thlr. bezahlte Garn 1 Thlr. zu weben koste, so macht der Preis des Garns 200,000 Thlr., also die ganze umgesetzte Summe 233,300 Thlr. Ein Weber ver dient jährlich gegen 84 Thlr., also ernähren sich an 4000 Menschen von jenem Lohne; die Weber auf dem Lande trei ben zugleich Landwirthschaft. Außer jenem Blau- und Weiß lassen die Unternehmer auch gröbere Leinwand verfertigen, die man hier wohlfeiler als irgendwo liefern kann. Man ver sendet sie von der Bleiche weg ohne weitere Zurichtung. Grobe Pack- und Sackleinen weben die Bauern aus eigenem Garne, und bringen sie den Unternehmern zum Verkaufe. Schwaben, Frankfurt a. M., beziehen ihren Bedarf großen theils hieher, und die höheren Frachtkosten hindern den Mit bewerb anderer Gegenden. Auf der Rhön weben die Bauern grobe Handtücher und dergleichen, womit Gängler bis Italien und Amsterdam wandern. Das Bleichen ge schieht zum Theil der Wohlfeilheit willen ohne Besprengen, doch findet man auch einige Bleichen nach holländischer Art, mit flachen Beeten, Zwischengräben und Sprengschaufeln. Im Königreich Hanno ver ist die Leinenweberei vorzüg⸗

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