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zeigt dieß an, da Tokos eigentlich Geburt heißt; das Geld gebiert sich gleichsam von neuem*).
Der Begriff eines Vermögens, welches zur Erzeugung neuer Güter wesentlich mitwirkt, eines Capitales(Er— werbstammes), war den Alten, wie man aus Allem sieht, durchaus unbekannt; wenn sie gleich das Erforderniß von Ver⸗ mögen zum Betriebe von Gewerben täglich fühlen mußten, so hatten sie doch wohl von der Art, wie dasselbe wirkt, keine klare Vorstellung. Nur die oben nachgewiesene physio— kratische Ansicht erklärt diesen Widerspruch; wenn nur die Natur etwas giebt, so können alle anderweitige menschliche Thätigkeiten bloß die Vertheilung der Güter ändern. Wer auf Zins leiht, benützt die Noth eines Andern, um sich auf dessen Kosten zu bereichern, zerstört, wie Cato sagt, das Gleichgewicht des Besitzes). Man würde besser durchge⸗ blickt haben, wenn nicht die Darleiher, indem sie wirklich wucherlichen Zins nahmen, nur die Ausartung eines an sich so natürlichen Verhältnisses gezeigt hätten. Ohne ein lebhaf⸗ tes Gewerbewesen, auf der Freiheit aller Stände ruhend, war Bedürfniß, Häufigkeit und Ordnung im Darleihen nicht möglich; die Abneigung der Edleren verschlimmerte nothwen— dig die Sache immer mehr, weil nur Wenigere geneigt wa⸗ ren, zu leihen, und sich für die Unehrlichkeit ihres Geschäf⸗ tes mit bezahlen ließen. Der Zinsfuß war bekanntlich viel höher, als jetzt. Ueberdieß konnte in Volksherrschaften schon
der Neid der Aermeren gegen die Reichen die Sache verhaßt
machen. Sane vetus urbi foenebre malum, et sedi-
tionum discordiarumqué ereberrima eausa, sagt Taci⸗
1) Politic. I. 10. 11.
2) De re rustica.
Ans. d. Volksw. 4


