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Ansichten der Volkswirthschaft mit besonderer Beziehung auf Deutschland / von Karl Heinrich Rau
Entstehung
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4 Ständen der Gesellschaft, nur mit dem härtesten Zwang zu erhalten, nöthiget uns allem Herrlichen, was in der Wissen schaft, in der Kunst und im Leben unter dem milden griechi schen Himmel gereift ist, als Schattenseite der Mehrzahl bejammernswürdiger Menschen gegenüberzustellen, in denen auch die Besten nur Mittel und geborne Knechte erblicken. Wenn gleich nicht alle Gewerbsarbeiten in den Händen der Sklaven waren, wie Smith glaubte), sondern, in Athen wenigstens, die Schutzverwandten(Metoikoi) viele Hand werke trieben, Bürger häufig Unternehmer von Gewerken waren, und die Bewirthschaftung ihrer Grundstücke leiteten, ja ärmere Bürger in den Gewerken mitarbeiteten, so war doch der Unterschied zwischen damals und jetzt noch immer sehr groß, und die Vertheilung des Vermögens unter die ganze Volksmenge höchst ungleich und für die allgemeine Ausbildung hinderlich; unter 100 Menschen in Attika 73, denen Gelegenheit und Hoffnung zu eigenem Wohlstand fast ganz versagt war! 5).

Ungeachtet dieser Verschiedenheit läßt sich indeß doch erwar ten, daß die griechischen Weisen, in anderen Gebieten Gründer unseres Wissens, den Ideen eben so vertraut, als einer un getrübten hellen Lebensansicht mächtig, auch in dem genann⸗ ten Gegenstande neben dem Eigenthümlichen, was ihnen die gewohnten Umgebungen aufdrangen, manche tiefgedachte rein⸗ menschliche Wahrheit für alle Zeiten zu Tage gefördert haben werden. Kein Einzelner von ihnen mag getadelt werden für die unvermeidliche Einseitigkeit, die ihm sein Volk mittheilte

1) Untersuch., II. 604.

2) Heeren, Ideen, III. Th.. Abth. S. 280. Bökh, Staatsbaushaltung der Athener, I. S. 10.

3) Bökh, I. S. 40.

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