45⁰ Achtes Capitel.
wollen, habe ich gar keines besondern Unter⸗ richtes vonnothen, um zu wissen, daß Nach— baren, die einander auf solche Art ansehen, in völligem Kriegsstande gegen einander begriffen sind: und wenn sie die Feindseligkeiten nicht öf— fentlich ausbrechen lassen, so liegt es mehr an der Macht, als am Willen; so zwingt sie, mit einem Worte, die Kraftlosigkeit zu solchem In⸗
nehalten mit den Waffen, welches kaum noch
mit dem äußerlichen Schein eines Stillstandes bemäntelt wird. Die Früchte von solchen Krie— gen, die weiter keinen reellen Zweck häben, als täuschende und widerfinnige Absichten, belau— fen sich weiter auf nichts, als auf Ohnmacht, auf Erschöpfung, auf Verstöhrung der Völker, fructus belli; zumal bey Agricultur-Völkern, die sich bloß bestreben sollten, sich eine starke Concurrenz von Käufern, um zum höchsten mög— lichen Preise zu verkaufen, und von Verkäufern zu verschaffen, um zum niedrigsten Preis ein— kaufen zu können: denn dieß ist das wahre und einzige Mittel, der Bilanz auf ganz natürliche und freundschaftliche Art den Ausschlag zum Besten des Handels zu geben.
Wir haben unwiderleglich bewiesen, und werden weiter unten noch umständlicher darthun, wie dergleichen feindselige Präcautions-Mittel noch viel feindseliger für diejenigen sind, die sich ihrer bedienen. Zu sagen, daß, wenn bey der Ungerechtigkeit alle Welt zu verliehren hat, der Ungerechte selbst am meisten verliehren müsse, ist eine moralische Wahrheit, deren Demonstration für die kurzsichtigen Augen gieriger Habsucht viel zu weit in der Ferne liegt. Hierinnen aber ist
dieses Axioma aus den einfachsten Grundsätzen
erwiesen— obgleich, wenn alle Völker, und das gemeine
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