446 Achtes Capitel. Zufälle darinnen auf den Zustand der Volker haben?— Was diesen letzt-genannten Punct
anlangt, so lasset uns,— ohne daß wir Bey— spiele davon, die man in allen Zeit-Altern denen, welche ich anführen will, ganz ähnlich finden konnte, die aber unsern Augen nicht so gegen⸗ wärtig seyn würden, aus der Ferne her holen,—
den Schauplatz der Kriege in den Niederlanden
ansehn. Woran fehlte es wohl den Spaniern in jener langen Reihe von blutigen Auftritten, um ihn mit dem vollkommensten Glücke zu been⸗ digen und allen möglichen Nuzen davon zu haben? Etwan an tüchtigen Soldaten, an großen Feldherren, an Entschlossenheit, an Grausamkeit des Krieges, an Siegen, oder gar an Schätzen? Nichts von alle dem. Die fürchterlichen spanischen Rotten behaupteten sich in dieser welt-berühmten Krieger-Schule bey ihrem großen Ruf, und vermehrten denselben so gar. Die Herzoge von Parma und von Alva, die Spinola, kurz, Männer in allen höhern Graden des Ranges legten die größte Ehre ein. Alles Gold aus Peru, und alle noch viel kohst— lichern Schätze des spanischen Territoriums, flossen binnen beynahe funfzig Jahren nach den Niederlanden, und giengen da verlohren. Am Ende fand sich, daß die Vereinigten Provinzen, nachdem sie Spanien, ohne es zu wissen, durch die Schätze, welche es verschwendete, um sie zu zerstöhren, erhalten und genährt hatte, zu be— mittelten Umständen gekommen waren. Spanien war besser in der Kriegs-Kunst, als in der Kriegs-Politik erfahren, war nunmehr er— schöpfet, war mit seinen Hebungs-Quellen auf die Hefen gerathen, und konnte am Ende von seinen niederträchtig gemißhandelten Unterthanen anders
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