Teil eines Werkes 
1: Victors de Riquetti, weyland Marquis von Mirabeau, ... Landwirthschafts-Philosophie, oder Politische Oekonomie der gesammten Land- und Staats-Wirthschaft. 1
Entstehung
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»liebenswürdiger, als die heftigen Freunde, die den v»Affecten ihrer Freunde ihre Aeltern, ihr Leben, ihre ewige „Seligkeit aufopfern. »6. Man muß Tugend nicht, durch Gleichförmigkeit »der Benennungen, mit Pflichten vermengen. Das täuscht »die Menschen. Es giebt Leute, die der Tugend anzu⸗ »hangen glauben, da sie doch bloß an der natürlichen »„Neigung hängen, die sie zur Erfüllung gewisser Pflichten »haben: und da sie sich keinesweges von der Vernunft »leiten lassen; so sind sie im Grund ausschweifend laster⸗ »haft, wenn sie sich gerade Tugend⸗Helden zu seyn »dünken. Aber die mehresten lassen sich eben durch diese „Wort⸗ und Begriffs⸗Mengerey und durch den schimmern— »den Glanz der Namen täuschen, setzen ein großes Ver⸗ »trauen auf sich selbst, dünken sich ohne Ursache gut und »groß, und urtheilen zum öftern sehr nachtheilig über die »tugendhaftesten Menschen— weil es nicht möglich st, »daß rechtschaffene Leute dem, was ihnen Ordnung ge⸗ »beut, lange sollten anhangen können, ohne, dem An⸗ »scheine nach, einer oder der andern wichtigen Pflicht zu »nahe zu treten. Denn kurz, um in den Augen der »Menschen klug, höflich, liebreich und barmherzig zu »seyn, muß man manchmal das Laster loben, oder doch, »wenn man es loben hört, fast allemal dazu schweigen. „Soll man uns für freygebig halten; so müssen wir Ver— »schwender seyn. Ist man nicht tollkühn; so gilt man vfür keinen beherzten Mann: und wer nicht abergläubisch, »oder wenigstens leichtgläubig ist, sey er auch noch so »gottselig, wird bey abergläubischen oder gar zu leicht— »gläubigen Leuten ohne allen Zweifel für einen Freygeist vgelten.

„. Ganz

Vorrede des Verfassers. xXXXIII

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