Teil eines Werkes 
1: Victors de Riquetti, weyland Marquis von Mirabeau, ... Landwirthschafts-Philosophie, oder Politische Oekonomie der gesammten Land- und Staats-Wirthschaft. 1
Entstehung
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Vorrede des Versfassers. xũXXI

3. Uebrigens wundert man sich über nichts, wo⸗ »mit man bekannt ist; man setzt kein Mißtrauen darein; zman untersucht es auch nicht. Man glaubt immer ganz gut zu verstehn, was man mehrmals gesagt, oder »andre sagen gehöͤret, wenn man es gleich nie un »tersuchet hat. Hingegen machen die gründlichsten »und deutlichsten Wahrheiten, wenn sie neu sind, »immer ein Mißtrauen rege. So vieldeutig auch ein dunkler und verworrener Ausdruck seyn mag, so deut⸗ »lich scheint er doch zu seyn, wenn er einmal üblich ist; »da hingegen ein Ausdruck, der nicht die mindeste Zwey⸗ »deutigkeit enthält, dunkel und gefährlich scheint, wenn »man ihn nicht hat von Leuten brauchen hören, für die »man Freundschaft oder Achtung heegt. Dieß ist schuld, »daß die Ausdrücke der Moral die dunkelsten und ver⸗

worrensten sind; und darunter besonders diejenigen, die

»darum für die deutlichsten gehalten werden, weil sie die gemeinsten sind. So meynt, zum Beyspiele, jedermann »die Bedeutung der Worte, lieben, fürchten, e h⸗ »ren, Barmherzigkeit, Demuth, Großmuth, »Hochmuth, Neid, Eigenliebe völlig zu verstehn. »Und wenn man so gar deutliche Begriffe mit diesen Wor⸗ »ken, und mit allen den Namen, die den Tugenden und »den Lastern beygelegt werden, verbinden wollte; so »würde man doch,(ungerechnet daß dieses mehr Kennt niß voraussetzt, als man glaubt,) zuverläßig den ver

»worrensten und beschwerlichsten Weg nehmen, die Moral ů

abzuhandeln. Denn man wird in der Folge sehn, daß »man die Grundsätze dieser Wissenschaft schon deutlich ge vfaßt häben, und in der Kenntniß de Menschen so gar

ein