xXXVIII Vorrede des Verfassers.
wenn dieß nicht das rechte Mittel seyn sollte, sie am Ent— weichen zu hindern.
Ordnung ist lange von allen ächten Philosophen für den Central- und Vereinigungs-Punct wahrer Weisheit geachtet worden. Ich habe nicht ohne Rüh⸗ rung und Bewunderung lesen können, was einer der be— sten Köpfe Frankreichs, der Pater Malebranche, über diese Materie gedacht und geschrieben hat; und so nachtheilich es auch für mich seyn mag, wenn man die
Schͤnheit seines Vortrages mit der Nachläßigkeit des
meinigen vergleicht, so ist doch der Bewegungs-⸗Grund, aus dem ich handle, viel zu weit über dergleichen klein— denkerische Regungen erhaben, als daß ich nicht die Ge— legenheit nutzen sollte, meinen Lesern das Bild der erhab— nen Einsichten dieses großen Mannes vor Augen zu legen. Lasset uns ihn selbst reden hören(D.
„I. Ordnungs⸗Liebe ist nicht bloß die vornehmste »der moralischen Tugenden, sondern eigentlich die einzige »Tugend: sie ist die Mutter-die Fundamental- und Uni— »versal-Tugend; die Tugend, welche allein die Angewöh— »nungen und Reigungen der Gemüther tugendhaft macht. »Wer aus Eitelkeit, oder aus natürlichem Mitleiden sein »Gut den Armen giebt, ist nicht freygebig, weil ihn we— »der Vernunft leitet, noch Ordnung führt; es ist bloß »Hoffart oder maschinenmäßiger Hang. Stellen sich „Kriegs⸗Befehlshaber freywillig Gefahren bloß; so sind „sie, wenn Ehrgeiz sie antreibt, eben so wenig großmü— vthig/ als gemeine Soldaten, die vom Ueberflusse der »Lebens⸗Geister und von der Gährung des Blutes ge— ö„spornt ( s. Traite de Morale, I. Partie, Chap. 2.
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