Teil eines Werkes 
1: Victors de Riquetti, weyland Marquis von Mirabeau, ... Landwirthschafts-Philosophie, oder Politische Oekonomie der gesammten Land- und Staats-Wirthschaft. 1
Entstehung
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Vorrede des Verfassers. Xxvit

Fiction der Uneigennützigkeit und Unempfindlichkeit fes⸗ seln, sondern tonnten auch selbst nicht über zeuget seyn, daß sie die unumstößliche Basis ihrer Speculationen wirk lich hätten: denn Menschen-Verstand und Erfahrung bewiesen ihnen unaufhörlich, daß die Schwärmerey übel ausgedachter Abscheidung und Fühllosigkeit höchst tadel haft sey.

Du denkest und empfindest so, wie du sprichst, kann man einem Moral-Philosophen, ja dem Sokrates selbst erwiedern; aber ich empfinde und denke anders: Stärke, Klugheit, Großmuth, Dankbarkeit dünken dich Tugen⸗ den; ich hingegen finde an der Stärke bloß ein Ueberströ⸗ men der Lebens⸗Geister, welches um so gewifsser gegen das, was es nicht kennt, anstoßen muß, je mehr es sich über jeden gewohnten Widerstand erhaben dünkt; an der Klugheit bloß ein aus Ansichten von Ungelegenheiten ge webtes Gegengewicht, und ein Hinderniß für das ent scheidende Urtheil, wer es sey, der hier wirkt; an der Großmuth bloß Schwulst und Trotz; an der pralhaften Dankbarkeit bloß Einfalt, die über dem Andenken an ihr vergangenes Interesse ihr dermaliges Interesse vergißt. Auf diese Weise kann ein jeder, der sich kein großes Ge⸗ wissen macht, sich und andre zu belügen, Sachen, die für das Gefühl eines reinen Herzens, für das Urtheil eines gesunden Verständes völlig entsthieden sind, verwirren und verdunkeln. Was ist denn nun mit der Menschheit anzufängen, wenn wir sie unter das Panier der Vernunft ziehen und darunter behalten wollen? Nichts andres, als daß wir sie durch mächtige Banden bey der Entdeckung der Wahrheit festhalten. Ich müßte mich sehr irren,

wenn