xXXVI Vorrede des Verfassers.
daß er seine Hölle selbst gewählt habe. Er stürzt sich in das finstre und unbeständige Meer des Pyrrhonismus, und ersäuft darinnen; er entsagt dem Gebräuche seiner Sinnen, will sich des umständlichen und genauern For— schens überheben, und seine Einbildung reißt ihn in das unermeßliche Leere metaphysischer Visionen hin.
Mitten in diesem Ocean von zauberischen Blend⸗ werken, die den geistigen Gottesdienst noch mehr verun— stältet haben, als vordiesem alle Lügen des Heydenthums den positiven Gottesdienst verunstalteten, sind große und hell-leuchtende Meteoren erschienen, die aus dem natürli— chen und unauslöschlichen Lichte, welches vom höchsten Wesen ausgeflossen ist und in unsern Herzen unterhal—
ten wird, geschöpft waren. Die Menschen haben zu al⸗
len Zeiten aus ihren Tugenden und Lastern, aus ihren Neigungen und Gewissens-Vorwürfen erkannt und em— pfunden, daß das moralische Gute und Böse existirte, und daß es mit dem physischen Guten und Bösen aufs ge⸗ naueste zusammenhieng. Es hat große und erhabne Gei— ster gegeben, die diese Empfindung zergliedert, die Prin— cipien und Regeln derselben entwickelt haben, und die zwar Lehrer für die Menschen, aber doch nur Führer einer klei— nen Anzahl von Nachfolgern geworden sind. Und warum das? Darum, weil sie selbst nicht sehr nach der Natur studirten, nur a parte mentis, et non a parte rei dach— ten und urtheilten; sie haben nur nach dem Gang ihres Verstandes, nicht nach den wirklichen Gegenständen ge— graben, begriffen und gelehret; sie haben nur zur Seele und zu ihren Begierden, und nicht zum Menschen und zu seinen wirklichen Bedürfnissen gesprochen. Sie konnten nicht nur die Menschen nicht auf bleibende Art an die
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