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Einige erklären es daher für mißlich, sich zu sehr an die Feinheit zu binden, weil die sehr feine Wolle, je feiner sie ist, desto weniger Festig⸗ keit hat. Diese Maxime ist aber ganz irrig. Denn, ohne die beträchtlichen Vörtheile, welche die Fein⸗ heit unter allen andern Verhältnissen gewährt, in Anschlag zu bringen, kann man sich leicht überzeu⸗ gen, daß dieser Unterschied der Festigkeit des ein⸗ zelnen Haares im Krämpeln und Spinnen ver⸗ schwindet, und daß selbst von zwei Fäden, die ei⸗ nen gleichen Durchmesser haben, derjenige, welcher aus Haaren von der feinsten Wolle besteht, der Ge⸗ walt der Dehnung den stärksten Widerstand leistet, was durch die Form, welche die einzelnen Haare mit einander verkettet, durch die Geschmeidigkeit, die wir mit der Feinheit in genaue Verbindung gesetzt haben, und durch die Clastizität, die auf verschie⸗ dene Weise wirket, zu erklären ist. Man kann also für gewiß annehmen, daß eine Substanz, deren ein⸗ zelne Bestandtheile keine Festigkeit haben, durch den Zusammenhang derselben unter einander Festigkeit besitzt.
Ist die Stärke des Zusammenhanges einmal uberwunden: so trennet sich die Substanz. Ist aber außer dem Zusammenhange ein jeder Bestandtheil geschmeidig— das heißt verschiedener Richtung und Ausdehnung fähig—: so hat die Gewalt, die sie zu trennen strebt, nicht allein die Stärke ih— res Zusammenhanges zu überwinden, sondern zu⸗ gleich ihre Fähigkeit, sich zu biegen und auszudeh⸗ nen, zu erschöpfen.
Das Verhältniß der Feinheit zu der Weichheit.
Die Feinheit stehet im geraden Verhältniß mit der Weich heit; die feinste Wolle ist gewöhnlich die weichste. Um aber die Weichheit richtig zu beur⸗


