3) daß dasjenige Haar, dessen Bogen von dem einen Ende bis an das andere sich in aller zu ver⸗ langenden Regelmäßigkeit befinden, in seiner Länge die gleichmäßigste Feinheit hat.
Wir erkennen diese Beobachtungen für sehr wichtig, da wir selbst über diesen Gegenstand die genauesten Untersuchungen angestellt, und zwar Aus— nahmen, welche diesen Grundsätzen widersprechen, aber so wenige gefunden haben, daß sie nicht vermö⸗ gend sind, an der Richtigkeit derselben Zweifel zu erzeugen.
Das Verhältniß der Feinheit zu der Geschmei⸗ digkeit.
Die Feinheit des Haares stehet im geraden Verhältniß mit der Geschmeidigkeit. Dies leuch⸗ tet so offenbar in die Augen, wie das, daß ein Zwirnfaden geschmeidiger ist, als ein Bindfaden. Doch können von diesem allgemeinen Grundsatze Ausnahmen Statt finden, welche in der weiteren oder engeren Höhlung, oder in der größeren oder geringeren Weichheit oder Härte der Röhre ihren Grund haben; so wie von zwei Federposen von gleicher Trockenheit und äußerem Umfang die eine biegsamer seyn kann, als die andere, und ein Rohr, von Holz schwerer zu krümmen ist, als ein Rohr von Horn.
Das Verhältniß der Feinheit zu der Festigkeit. Das Verhältniß der Feinheit des Haares zu seiner Festigkeit ist schwer anzugeben, aber die Wirklichkeit desselben nicht zu leugnen. Nach dem Gesetz der Physik stehet zwar die Festigkeit mit der Feinheit im umgekehrten Verhältniß, wenn man alle anderen Bedingungen als gleich annehmen kann: dies kann aber bei dem Haare der Wolle nicht Statt sinden.


