dephlogistizirte Luft. 5
Kann man demnach zweifeln, daß, wenn eine durch
phlogistische und septische Theilchen schlechter gewordene
Luft so viele und große Krankheiten zu veranlassen im 29 Stan⸗
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durch die darin immer, und vorzüglich zur warmen Zeit, Statt habende Fäulniß thierischer und vegetabilischer Sub⸗ stanzen erzeugte Ausdünstungen herauskommen. Die Wir⸗ kung einer solcher schädlichen Luft wird oft in Personen, die es nicht gewohnt sind, in dergleichen Oertern zu leben, und sich bey einem stillen Wetter dahin begeben, wo die Ausdünstungen nicht durch die Winde weggeführet, und durch eine von gesünderen Oertern zugeführte reinere Luft ersetzet werden, gar bald sichtbar. Es brauchet oft nur wenige Stunden, um es zu empfinden. Ein Beweis hiervon ist das, was mir mein verehrungswürdiger Freund, der berühmte Benjamin Franklin, mitgetheilt hat. Als er mit noch fünf anderen von Seite der Regierung von Pensylvanien abgeschickt wurde, um eine sumpfichte Jusel im Delaware zu untersuchen, welche ein Unternehmer auszutrocknen und anzubauen vorgeschlägen hatte, brachten sie einen guten Theil des Tages bey einem stillen Wetter darauf zu; der Morastgeruch war höchst unangenehm, und den Morgen darnach hatten sie alle das kalte Fieber. Ich sah fast eine ganze Gesellschaft mit einem Fieber die⸗ ser Art den nämlichen Tag zurückkommen, als sie in einem Nachen auf einem stehenden Wasser, welches einen üblen Geruch verbreitete, spazieren gefahren war. Man hatte bemerket, daß beym Fortstoßen des Nachens mit Stöcken eine große Menge einer stinkenden Luft unter der Gestalt von Blasen aufstieg. Dieß zeiget uns an, daß es vernünftig ist, sehr ungesunde Gegenden nicht beym stillen Wetter zu bereisen, sondern eine Zeit zu wählen, mo es Winde gibt.


