Druckschrift 
Die Strich-, Zug- oder Wander-Heuschrecke : vom Eie an beobachtet und beschrieben / von Franz Körte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

gungen, Zählungen und Messungen vollkommen ausgele⸗ sener, gesunder und von Nestmasse befreieter Eier erga⸗ ben sich für einen Kubikzoll 936 Eier, deren Gewicht 204 Gran war. Hiernach würden in einem Berliner Scheffel 2,875,392 Eier seyn, welche 81 Pfd. 19 Loth 48 Gran wiegen würden. Gleich nach dem Eierlegen, so wie auch im Frühjahre bis Anfang des Mai, zu wel⸗ cher Zeit ich mehrere Eier aufgemacht habe, enthalten dieselben nur einen klaren gelben Saft, der, wenn die Eier nicht mit Erde bedeckt sind, außerordentlich leicht austrocknet, wodurch die Eier für das Auskommen des Insektes verdorben werden. Ich hatte mehrere tausend Eier in einem Kasten, dessen Boden mit feinem, trock⸗ nem Sande überschüttet war, oben auf den Sand ge bracht, den Kasten mit Gaze und einer Glasscheibe zu⸗ gedeckt, und den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Nach meh⸗ reren Tagen waren die meisten dieser Eier ganz ausge⸗ trocknet und zusammengeschrumpft, so, daß auch nicht Ein Insekt aus denselben ausgekommen ist.

Hieraus geht hervor, wie nothwendig eine gewisse Bedeckung mit Erde ist, damit die Eier gesund und zum Auskommen des Insektes tüchtig bleiben. Am I7ten Mai wurden mehrere Eier aufgemacht, und man fand schon das junge Thier so entwickelt, daß der Kopf un⸗ deutlich ausgebildet, die Augen mit braunen Flecken und die Füße angedeutet waren. Die Bauchringe waren deut⸗ lich ausgebildet. In dieser Zeit trennte sich von den Eiern, wenn sie an der Luft gelegen hatten, sehr leicht die äußerste Epidermis schuppenförmig ab, und es fand sich ein außerordentlich feines, durchsichtiges Häutchen, unter welchem man das sich ausbildende Insekt, beson⸗