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sich der nassen Erde entziehen, und beim Aufblicken der Sonne sich wieder trocknen und erwärmen konn—⸗ ten. So mußten wir denn diese unsre Feinde vor unsern Augen sich Stufe für Stufe vervollkommnen sehen, unfähig, ihrer beständig zunehmenden Verbrei—⸗ tung Einhalt zu thun. Als endlich das, freilich sehr dünn gewordene Wintergetreide, mitten in den Ge—⸗ fahren, zu härten und zu reifen anfing, so schienen den Heuschrecken die, an das Winterfeld angrenzenden Sommersaaten anziehender zu seyn. Denn von Neuem begannen sie sofort ihre Wanderungen, welche, nach— dem sie erst mit Flügeln begabt waren, mit reißen⸗ der Schnelligkeit von Statten gingen. Zuerst wand— ten sie sich zu dem Buchweizen, richteten dort bedeu⸗ tende Verwüstungen an, suchten aber doch bald darauf den Hafer auf, und überzogen zugleich die Gerstelän⸗ der, und zwar in einer solchen Menge, daß es schien, als wenn täglich neue Schwärme aus andern Ge— genden dazu gekommen wären. Traurig war bald der Anblick dieser so üppig wachsenden Getreidearten. Ganze Flächen waren bald so rein abgefressen, daß man nicht im Stande war, zu beurtheilen, ob da— selbst Saaten gestanden hatten, oder nicht; ja selbst das Gras und die übrigen Futterkräuter waren abge⸗ nagt. Auf andern Flächen war noch hie und da ein Halm stehen geblieben, und nur eine Strecke blieb immer noch verschont, bis die bisher verwüste⸗ ten Felder keinen Raum mehr für so viele Verheerer


