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Die Strich-, Zug- oder Wander-Heuschrecke : ihre Beschreibung, Verheerung in jetzigen und früheren Zeiten und die Mittel zu ihrer Vertilgung ; mit einer Kupfertaf. / von Franz Körte
Entstehung
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dem, im verflossenen Winter fortwährend unsre Flu⸗ ren bedeckenden Schnee, und bei der darauf folgen⸗ den äußerst warmen Frühlingswitterung, ein wahr haft üppiges Grün zu erwarten gewesen wäre. Leider blieb es nicht lange bei diesen Verwüstungen unsrer Weideäcker. Die an dieselben angrenzenden Kornfelder wurden bald von den, in kleinen Sprün⸗ gen sich fortbewegenden schwarzen Massen überzogen, und alle Vorkehrungen, die getroffen wurden, um ihr weiteres Eindringen zu verhüten, konnten höchstens nur augenblickliche Unterbrechungen desselben bewir⸗ ken; bald waren die Brachfelder leer, die Roggen⸗ länder dagegen völlig von den Verwüstern in Besitz genommen. Wäre der Monat Mai von häufigem Regen und kühler Witterung begleitet gewesen, so würde gewiß den noch zarten Thieren dadurch der Untergang bereitet worden seyn, indem das zu dieser Zeit in hiesiger Gegend in seinem Wachsthume erst beginnende Wintergetreide ihnen gegen Nässe/ Kälte und Wind noch keinen Schutz gewährt haben würde. Bei der äußerst trocknen, durchgängig heißen Witte rung aber, wodurch sich der gedachte Monat in die⸗ sem Jahre auszeichnete, konnten sie ruhig das auf der Erde befindliche Gras und Getreide abnagen, und als endlich im Monat Juni kalte und nasse Witte⸗ rung eintrat, gewährte ihnen die schon Halme trei⸗ bende Saat hinreichenden Schutz, indem sie an diesen Halmen emporkletterten und, daran sich festhaltend,