Druckschrift 
Die Strich-, Zug- oder Wander-Heuschrecke : ihre Beschreibung, Verheerung in jetzigen und früheren Zeiten und die Mittel zu ihrer Vertilgung ; mit einer Kupfertaf. / von Franz Körte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Wenn neue Falllöcher in alte Gräben zu machen

nothwendig sind, so muß man acht haben, daß man den alten Falllöchern nicht zu nahe kommt, denn man will beobachtet haben, daß Heuschrecken, welche 5 Tage verschüttet waren und ohne Leben zu seyn schienen, dennoch wieder fortgesprungen sind, nachdem sie eine kurze Zeit an der Luft gelegen hatten.

Es ist wie leicht einzusehen, der zu verschiede⸗ nen Zeiten stattfindenden Bruten wegen keinesweges hinreichend, eine solche Treibjagd zu veranstalten, sondern es müssen solche so oft wiederholt werden, als man neu angekommene Bruten bemerkt.

Sollten die Heuschrecken in dieser Periode Ger⸗ stenfelder verheert haben, und die Gerste noch nicht geschossen gewesen seyn, so übereile man sich nicht mit dem Umpflügen derselben, denn es sind mehrere Erfahrungen gemacht, daß Gerste, vor dem Schos⸗ sen von den Heuschrecken abgefressen, wieder aus⸗ schlug, sich dann so, als ob ihr kein Unglück begeg⸗ net wäre, wieder bestaudete, und eine ganz vor⸗ treffliche Erndte gegeben hat; dieses war selbst in einem sandigen, mit wenig Lehm vermischten Boden der Fall.

Zwischen der dritten und vierten Häutung er⸗ langen nun die Heuschrecken, bis auf die Flügel, die sie erst mit der fünften erhalten, ihre völlige Größe und Stärke, und richten nun, wegen der Masse von Nahrung, welche sie bedüͤrfen, gewaltigen, ja eben