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Die Strich-, Zug- oder Wander-Heuschrecke : ihre Beschreibung, Verheerung in jetzigen und früheren Zeiten und die Mittel zu ihrer Vertilgung ; mit einer Kupfertaf. / von Franz Körte
Entstehung
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daß ein Zug Heuſchrecken angekommen und auf die erwaͤhnte Gerſte gefallen waͤre. Nach aufgehobener Mittagstafel begleiteten wir unſern Wirth, welcher das Betragen ſeiner daſelbſt neu angekommenen ungebetenen Gaͤſte ſelber beobachten wollte, wiederum ins Feld; allein welch ein trauriger Anblick ſtellte ſich unſern Augen dar! Von dem ganzen Felde der ſo praͤchtigen Gerſte waren nur blos die Stur⸗ zen uͤbrig, und das ganze Heer der Heuſchrecken, welche dieſe Arbeit hoͤchſtens in zwei Stunden ver⸗ richtet hatten, war bereits uͤber Garten, Wieſen und alles, was ihrer Verheerung faͤhig ſeyn konnte, verbreitet.

In dem Kirchenbuche des Freih. v. Eckardtſtein⸗ ſchen Gutes Reichenow fand ich folgende, von dem damaligen Prediger Grell gemachte Notiz: 1

1752 fanden ſich die Heuſchrecken kurz vor der K Erndte an verſchiedenen Orten, ſonderlich aber zu Frankenfelde haͤufig ein, jedoch hatten ſie nur in der Gerſte etliche Scheffel abgefreſſen. Bei Frank⸗ 1 furth a. d. Oder aber haben ſie großen Schaden gethan. Sie ſollen aus den tartariſchen Wuͤſteneien, mit dem Oſtwinde aus Polen, in dieſe und andere Gegenden Deutſchlands hergewehet worden ſeyn. In den Doͤrfern des Amtes Fuͤrſtenwalde und Bie⸗ gen, ingleichen in der Neumark, im Zuͤllichauiſchen, im Croſſenſchen und Sternbergiſchen Kreiſe, haben ſie ſo ſtark gefreſſen, daß man wenig von Som⸗