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Die Strich-, Zug- oder Wander-Heuschrecke : ihre Beschreibung, Verheerung in jetzigen und früheren Zeiten und die Mittel zu ihrer Vertilgung ; mit einer Kupfertaf. / von Franz Körte
Entstehung
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6 ehedem von dieſem goͤttlichen Strafgericht, wie man es, weil Menſchen zu deſſen Abwendung ſo wenig, und faſt gar nichts beitragen koͤnnen, wohl mit Recht nennen mag, ſehr oft heimgeſucht, und es ſind dadurch in dieſen Gegenden manche Land⸗ wirthe in die traurigſten Umſtaͤnde verſetzt worden.

Das Uebelſte iſt, daß bei dieſem fremden Un⸗ geziefer nicht etwa nur ein oder der andere Ort, ſon⸗ dern das ganze Land und Gegenden, auf welche ſie treffen, in Gefahr geſetzt werden. Wo ſie hinfallen und ſich niederlaſſen, da bleibt weder Stock noch Stiel. Wenn ſie das Getreide verzehret, ſo gehen ſie auf Gaͤrten, Gras und Wieſen. Ich habe in Schleſien ein Beiſpiel erlebt, daß eine Menge ſol⸗ nches Ungeziefer, nachdem es an dem einen Ufer der Oder alles, was vorhanden geweſen war, ver⸗ heert hatte, durch den erwaͤhnten Fluß durch⸗ ſchwamm und auf der andern Seite eine gleiche Verwuͤſtung anrichtete.

Einem ſolchen Auftritt habe ich etwa vor 40 Jahren auf dem bei Frankfurth a. d. Oder belege⸗ nen adeligen Gute Loſſow beigewohnt. Ich befand mich nebſt einigen andern guten Freunden bei dem damals noch lebenden Herrn Geheimenrath v. Ber⸗ felde. Er fuͤhrte uns vor dem Mittagseſſen ins Feld, und zeigte uns ein Stuͤck Gerſte, deſſen praͤch⸗ tiger Anblick bei Allen Verwunderung erweckte. Als wir bei dem Mittagseſſen waren, kam die Nachricht,