482 Geschichte des europäischen Staatensystems ꝛc.
und den der König, wie seinen Vorgänger,(nun: Karl Johann) adoptirte. Zwar ward, nach sei— ner Ankunft in Schweden, der Krieg gegen England (17. Nov. 1810) erklärt; bald aber söhnte sich Schwe⸗ den(18. Jul. 1812) zu Oerebro*) mit England aus, um, für den zugesicherten Erwerb von Norwe— gen, auf teutschem Boden gegen Napoleon zu erschei⸗ nen, was doch erst im Jahre 1813 erfolgte, weil Rapoleon im Jahre 1812 siegreich im Innern Ruß⸗ lands vordrang. Der Kronprinz kämpfte gegen Na—
poleons Heere bei Großbeeren(23. Aug. 1813), bei
Dennewitz(6. Sept.), und bei Leipzig(18. und 19. Oct.). Dann zog er nicht gegen Frankreich, sondern, verstarkt durch mehrere Truppentheile der Verbünde— ten, nach Holstein und Schleswig, die er überwäl⸗ tigte(Dec. 1813), worauf der König von Dänemark lich genöthigt sah, im Frieden zu Kiel(14. Jan. 1814)*4) auf Norwegen zu verzichten, und—— Schwedisch-Pommern anzunehmen.
Allein die Normänner selbst waren der Vereini⸗ gung mit Schweden abgeneigt, und erwählten den muthmaßlichen Thronfolger Dänemarks, den Prin⸗ zen Christian Friedrich von Holstein⸗ Schleswig(29. Mai 181½0, zu ihrem Könige,
um ein selbststandiges Reich, mit einer neuen Ver⸗ fa ssung, zu bilden. Bald aber sahen sich die Nor—
männer von jeder Unterstützung der übrigen Mächte verlassen; der Prinz verließ(16. Aug.) das Reich, das(21. Oct. 1814) mit Schweden vereiniget, ihm aber(4. Nov. 1814) eine besondere zeitgemäße
*) Martens, Suppl. T. 5. p. 431. *) ibid. p. 666.
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