Borrede.
Wenn es mir Anfangs von der einen Seite bedenk⸗ lich ſchien, in einer ſo maͤchtig bewegten Zeit, wie die unſere iſt, mit einem neuen und ſich als vollſtaͤndig ankuͤndigenden Syſteme der Staatswiſſenſchaften im Publicum zu erſcheinen; ſo durfte ich doch auch von der andern Seite nicht vergeſſen, daß das vor einigen Jahren mir anvertraute Lehramt der Staatswiſſen— ſchaften mich berechtigte und verpflichtete, wie auf dem Lehrſtuhle, ſo auch vor den Zeitgenoſſen, uͤber dieſe Wiſſenſchaften oͤffentlich zu ſprechen. Dazu kamen noch zwei individuelle Gruͤnde. Denn hatte ich mich nicht geſcheut, in der Napoleoniſchen Zeit meine Anſichten uͤber einige Staatswiſſenſchaften in meiner(im Jahre 1808 erſchienenen)„Staatslehre“ oͤffentlich auf⸗ zuſtellen; warum ſollte ich es jetzt? Zugleich bin ich mir aber auch bewußt, und ich glaube es ſeit dreißig Jahren in allen meinen philoſophiſchen, geſchichtlichen und politiſchen Schriften bewieſen zu haben, daß ich— abgeſehen von ihren uͤbrigen Maͤngeln— nie zu einer herrſchenden Parthei gehoͤrt, ſondern eine feſte Neu— tralitaͤt im Kampfe der philoſophiſchen Syſteme und der politiſchen Partheien zu behaupten geſucht habe. Ohne Synkretiſt oder Eklektiker zu ſeyn, habe


