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10 ANTONILINERI Erstes Buch,
Das Siebende Capitel.
Ein Saltz zu bereiten, aus welchem ein genugsam schöner Crystall
wird.
Us dem Mauer⸗Kalch extrahiret man das Saltzsolches, so es gerei⸗ niget, wird es mit dem Saltz deß gebräuchlichen Levantischen Pül⸗ verleins vermenget, nemlich 2. Pfund, zu 100. Pfund gerechnet; das
ista. Pfund deß Kalch⸗Saltzes werden zu 100. Pfund, deß gedachten Pül⸗ verlein Saltzes gethan: Aus diesem Saltz also vermischet, wird nach bekann⸗ ter Art/ die kritta bereitet, und in einer breiten Schüssel gereiniget, wie her⸗ nach soll gelehret werden, da wir von der Manier die Crystallen und das ge⸗ meine Glaß zu machen,/ handeln wollen; auf solche Weise wirst du einen sehr schönen Crystall überkommen.
Das Achte Capitel.
Wie man die gewöhnliche Fritra, aus dem Levantischen Pülverlein, Rochetta, und der Soda Hispanica bereiten soll. Ritta ist nichts anders/als eine Calcinirung derer Materialien, aus wel⸗ F chen das Glaß gemachet wird; denn ob sie schon ohne Caleination schmelzeten, und zu Glaß würden, so solte es doch nit sonder grossen Ver⸗ druß und Zeitverliehrung geschehen; derowegen ist dieser Weg erfunden worden/daß man nemlich die Frittam im Kalch⸗Ofen caleĩnire: denn wenn solche wohl calciniret, und das Gewicht der Materialien recht in acht ge⸗ nommen worden, mit Ansehung der Güte in der Soda, so lässet sie sich im Topffe eilends schmeltzen und reinigen: Die Fritta, welche aus dem(Soda) Pulver gemachet, giebet zwar ein weisses, doch gemeines Glaß; die Fritta aber, aus der Levantischen Kochetta, giebet ein uberaus schönes Glah, wel⸗ ches Crystallin genennet wird: die Soda Hispanica, ob sie gleich insgemein fetter als andere ist, giebet dennoch kein so weisses und schönes Glaß/ gleich wie die Levantische Kochetta; denn es wird aslezeit etwas blaulicht. Damit derohalben ein jedes recht bereitet werde, so schläget man das Pulver durch ein enges Sieb/was nicht durchgehet, wird in einen steinernen Mörser gestossen, damit es keine fremde Farb an sich nehme; so wird es mit der Kochetta und Soda gehalten, daß nemlich ein jedes allein gestossen, und durch ein subtiles Sieb geschlagen werde; denn es ist der Glabmacher allgemeines Sprichwort: An einem engen Sieb und dörren Holtz, lieget die gantze Zierde der Kunst: Belangend die Quantität der Sodæ Tarsi, o wer⸗
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