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Von der Glaßmacher Kunst. 9
Licht/ nahe ist, also grun abgeschnitten werden, denn zur selben Zeit ist es am besten, und vollkommensten, giebet auch am meisten Saltz, welches we sser und besser ist, als wenn das Kraut zur andern Zeit gesamlet wird: denn so man wartet, biß es von sich selbsten, auf dem Stengel dürre ist worden, so giebet es gar wenig und schlechtes Saltz. Wenn es demnach, nach obigen Unterricht, abgeschnitten und zu Hauffen gebracht worden, so wird es bald welck und dürre, und lasset, wenn es verbrennet wird, eine sehr gute Asche hinter sich, aus welchen alsdenn, nach Anleitung, wie wir oben von der Le⸗ vantischen Rochetta erwehnet, ein gutes gereinigtes Saltz extrahiret wird, mit welchem ich darnach, sammt dem gepülverten, und wolgesiebten Tarlo, die ritta bereitet habe welche mir nachdem sie in einer Schalen wohl durch⸗
ebehret worden, ein schönes und ungewöhnlich liebliches Crystall gegeben
at, welches stärcker war, und sich in der Hitze leichter biegen ließ, als sonst der Crystallen Art ist; denn es könnte solches gleich einem dünnen Faden ge⸗ zogen werden, wie ich auch habe thun lassen: Diese Fritta giebet eine schöne Güldene Farb,/ so man nur kein Weinstein⸗Saltz darzu thut, wie oben schon ist angemercket worden: Diese güldene Farbe, welche von gedachter Crystall kommet, ist viel schöner und anmuthiger als die jenige, so die Crystall, aus dem Saltz deß Levantischen Pülverleins bereitet, giebet, und können aus jener Crystall nicht weniger, gleich wie aus dieser allerley schöne Gefässe ver⸗
fertiget werden. ů Das Sechste Capitel.
Art und Weise ein ander Saltz zu bereiten, aus welchem ein Cry⸗ stall von ungläublicher Schönheit, bereitet wird. SB soll nach obgedachter Manier, ein Asche aus dem ausgeschlage—
nen Bohnen/ Hülsen und Stengeln machen, und daraus, auf glei⸗ chen Weg/ wie bey der Bereitung des S altzes aus dembevantischen Pülverlein geschehen, ein wunderbares Saltz extrahiren, welches mit dem weissen und wohl⸗gesiehten Larso, wie hier oben zur Genüge ist angezeiget worden, vermischet, eine fürtreffliche kritta und ein über alle Massen schönes Crystall giebet: Eben dergleichen kan auch geschehen, aus der Asche deß ge⸗ dörrten Koblkrauts, deß Brombeerstrauchs, wie nichts weniger, der Wol⸗ len⸗Kammer Disteln, der Binsen item deß Schilffrohrs und dergleichen viel an ern Kräutern, welche alle ibr Saltz aus der Aschen geben, aus dem her⸗ nach auf gewöhnliche Art/ eine Frirta, und aus dieser, die allerschönsten Ery⸗ stallen gemachet werden, wie ein jeder curieuser Künstler erfahren wird; denn es lehret die Erfahrung viel mehr als das langweilige Studiren. * Das


