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Johannis Kunckelii ... Ars Vitraria Experimentalis, Oder vollkommene Glasmacher-Kunst, Lehrende ... aus unbetrüglicher Erfahrung, herfliessendem Commentario, über die ... sieben Bücher P. Anthonii Neri, von Florenz, und ... Anmerckungen Christophori Meretti ... Die Allerkurtz-bündigsten Manieren, das reineste Chrystall-Glas, alle gefärbte oder tingirte Gläser ... zu machen ...
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durcheinander gerühret; demnach also das Saltz in einen mässigen war⸗ men Ofen alle Feuchtigkeit verlohren, wird solches herausgenommen, in ei⸗ nen steinern Mörsel zerstossen, und durch ein so enges Sieb geschlag en, dab die durchgefallene Saltzkörner, nicht grösser als ein) Getreyd⸗Korn sind; dieses also zerstossene, gesiebte und getrocknete Saltz, wird an einem Ort/ vom Staub entfernet, absonderlich aufbehalten damit die Fritta Crystalli, auf nechst folgende Weise daraus verfertiget werde.

Das Ander Capitel.

Wie die Fritta Crystalli, insgemein Bolliro genannt, bereitet werde.

er ein schönes und vollkommenes Crystall machen will, der muß se⸗

Vhen, daß er den allerweissesten Tarlum bekomme: Die Einwohner Ve zu Muran gebrauchen hierzu den Ticiensischen Kieselstein, welcher alldar in dem Fluß Ticino, häuffig gefunden wird: Der Tarsus ist eine Art deß weissen und harten Marmors, der in Thuscia, oder Toscan, unten an dem Berge Verrucola, beym Städtlein, Pisa genannt, gelegen, wie auch zu Seraveza, Massa di Carrara, und in dem Strom Arno, unter⸗und oberhalb Florentz/ ingleichen auch anderer Orten wächset, und in grosser Mänge ge⸗ funden wird; auch sonsten genugsam insgemein bekannt ist: wollest dero⸗ wegen dir von gedachtem Tarso, die allerweisseste Art auserlesen, welcher kei⸗ ne schwartze Adern, und gelbe Flecklein habe, auch sonder allen Rost seye. Wobey zu mercken, daß alle Steine, die, an einen Stahl geschlagen, Feuer von sich geben, zum Glaß oder Crystall tuchtig sind, hingegen diesenigen, welche kein Feuer geben, werden nimmermehr zu Glaß, welches zur Nachricht dienen kan, alle Arten der Steine zu unterscheiden.

Dieser schöne und weisse Tarsus nun, soll in einen steinern Mörser,/klein und zu Pulver cehen⸗ werden; solches aber muß nicht in einem Metalli⸗ schen Mörser geschehen; damit nicht dieses TarsusPulver/ wie es sonst wol zu geschehen pfleget, die Metallische Farbe an sich ziehe;auch mit solcher Far⸗ be alsdann das Glaß und Crystall anstecke, und also verderbe; die Mörser⸗ Stempel aber, müssen hierzu nothwendig von Eisen seyn.

Dieser sehr wohl gepülverte Tarsus, wird durch ein enges Sieb ge⸗ schlagen, denn das Hauptstück deß gantzen Werckes beruhet darinnen, daß dieser Tarsus oder Kieselsteine, gleich einem subtilen Mehl, bester massen zer⸗ stossen, und durch das allerengeste Sieb geschlagen werde; alsdenn nimmt man dieses wohl⸗gepülverten Tarsi, zum 1 200. Pfund, deß n,

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