Druckschrift 
Johannis Kunckelii ... Ars Vitraria Experimentalis, Oder vollkommene Glasmacher-Kunst, Lehrende ... aus unbetrüglicher Erfahrung, herfliessendem Commentario, über die ... sieben Bücher P. Anthonii Neri, von Florenz, und ... Anmerckungen Christophori Meretti ... Die Allerkurtz-bündigsten Manieren, das reineste Chrystall-Glas, alle gefärbte oder tingirte Gläser ... zu machen ...
Entstehung
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6 ANTONILNERI Erstes Buch, 23 101 oben/gelehrten, wohl'gepülverten und gesiebten Saltzes, ohngefehr, 130. 7 N Pfund, solches alles aufs beste vereiniget, und aufs fleissigste miteinander vermischet, setzet man in einen wohl⸗geheitzten Kalch ⸗Ofen; denn wenn sie in N einen kuhlen Ofen gesetzet würden, so solte keine Fritta daraus werden: An⸗ fangs giebet man eine Stundlang ein gemässigtes Feuer, doch so, daß man 14 ohne unterlaß die kritta mit den Rührhacken durchmische, damit sie desto 4. besser incorporiret und ealeiniret werde; hernach verstärcket man das Feu⸗ ö 0 er/ und durchrühret die Fritta mit dem Rührhacken wohl, denn solches sehr 6 ö viel hey der Sache thut, und also fahret man 5. Stundenlang mit stetigen * starcken Feuer fort. ̃ 2* Der Kalch⸗Ofen dessen hier obenerwehnet, ist eine Art eines calcinir R oder Brenn⸗Ofens, den man zum Glaßmachen gebrauchet, wie insgemein HiA 90 fast jedermann wohl bekannt ist: Der Rührhacken ist ein langes eisernes In⸗ 14 strument, nicht weniger bey den Glaßmachern wohl bekannt, damit man die 44 Fritta immer beweget und umrühret. Sfti Nach Verfliessung der y. Stunden habe ich die Fritta aus dem Kalch⸗ 9H0 WMII oder Calcinir-Ofen nehmen lassen; massen sie in solcher Zeit, so fern das πα ö Feuer recht regieret worden, fertig und bereitet ist, alsdann babe ich diese HE Fritta, um solche vor allem Staub zu verwahren, wohl zugedecket, auf einem ehobelten Bret, an ein trockenes Ort beygesetzet denn es ist hierzu grosser V leiß und Aufsicht nöthig /wo der Erystall recht schön werden soll: Die Frit⸗ 7 ta, auf besagte Art bereitet, wird schneeweiß. 0 Im Fall der Tarsus gar zu mager und dürre wäre, kan man zu obge⸗ 0 0 setzten Gewicht deß Saltzes, noch 10. Pfund hinzu thun: Diejenigen aber, * welche in dieser Kunst geübet seynd, die nehmen alsobald die Prob aus der 4. ersten Fritta, indem sie derselben einen Theil in einen Tiegel thun, und aus* diesem, in eine reine gläserne Schale schütten, damit sie sehen, ob solche wohl EI und geschwind zusammen fliesse wobey man auch zugleich mercken kan, ob die 104 Fritta art oder hart seye, und nach solch m wird das Gewicht deß Soltzes 92⁰ vermehret oder ve mindert: Diese Fritta Crystalliĩ wird/ wie gedacht/ an ei⸗ ul nem trocknen Ort aufbehalten; denn an feuchten Orten, oder in Kellern 90 darff sie nicht siehen, weil daselbst das Saltz aufgelöset und zu Wasfer wirdd I4t 0 der Tarsus aber allein übrig verbleibet, woraus denn nimmermehr Glaß ö 11. werden kan; auch darff die Frirta nicht, wie sonsten zu geschehen pfleget, be⸗ 0 feuchtet we den. Wann nun die Fritra auf folche Weise zugerichtet 3. oder su 4. Monat alt worden, ist sie viel tauglicher zur Arbeit, und vereiniget sich de⸗ Ea. sto geschwinder; dieses ist also die Art und Weise, die Fritta Crystalli zu* machen, mit angezeiaten Gewicht und Umständen, wie ich sie denn, zum öff⸗ Be tern/ auf solche Manier verfertiget habe. Das*