Druckschrift 
Johannis Kunckelii ... Ars Vitraria Experimentalis, Oder vollkommene Glasmacher-Kunst, Lehrende ... aus unbetrüglicher Erfahrung, herfliessendem Commentario, über die ... sieben Bücher P. Anthonii Neri, von Florenz, und ... Anmerckungen Christophori Meretti ... Die Allerkurtz-bündigsten Manieren, das reineste Chrystall-Glas, alle gefärbte oder tingirte Gläser ... zu machen ...
Entstehung
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6 ANTONIINERI Erstes Buch,

und die Lauge desto klärer und lauterer werde, solches wird zum dritten mal

wiederholet/ so wird die Lauge hell und klar, auch von aller Unreinigkeit ab⸗ geschieden seyn; aus dieser wird hernach ein reines und vollkommenes Saltz bereitet.

Die Kessel werden nun wiederum aufs neue mit Wasser angefüllet, und wird/ wie oberwehnet, in einem jeden, 10. Pfund Weinstein, samt der gewöhnlichen Quantität der gesiebten Aschen oder deß Pülverleins gethan, und auf solche Weise das Werck fortgefüͤhret, so lang man noch etwas von der gesiebten Aschen übrig hat.

Damit nun aus der oben⸗bereiteten Laugen das Saltz gebracht wer⸗ de; so wäschet man erstlich den Kessel mit reinem Wasser sauber aus, als⸗ denn wird solcher mit der klaren Laugen voll gefüllet, solche lässet man, wie oben gedacht, gelinde kochen/ jedoch so, daß man den Kessel allezeit mit Lauge nachfülle, biß es beginnet dick zu werden, und das Saltz aufzuwerffen, wel⸗ ches ungefehr nach Verfliessung 24. Stunden,/zu geschehen pfleget: Indem alsdenn auf der obern Fläche deß Kessels, das weisse Saltz, gleich einem Netz erscheinet, darnach nimmt man, mit einem löcherichten Rühr⸗Löffel oder Durchschlag das auf den Boden gefallene Saltz, nach und nach aus dem Kessel, lässet die Saugen abtropffen oder durchseichen, und thut das Saltz in irdene und löcherichte Gefäß, damit es schleuniger trocknen, und die Laugen abrinnen kan, welches Abgeronnene wiederum in den Kessel gethan wird: Und auf solche Weise fähret man so lang fort/ biß daß alles Saltz ist heraus⸗ genommen worden.

Es ist aber zu mercken,daß man das Feuer/so bald sich das Saltz ereig⸗ net etwas mindere; denn so man mit starckem Feuer fort führe, so würde sich das Saltz sehr heiß an den Kessel legen; und weil es ein sehr starkes Saltz ist, den Kessel verderben; dergleichen mir etliche mal wiederfahren ist; ist dero⸗ wegen solches wohl in acht zu nehmen, und Fleiß hier anzuwenden: Das Saltz wann es wohl abgesiegen, nimmt mans aus den Gefässen, und ver⸗ wahret solches in einer Schachtel oder höltzerem Kästlein;damit desto besser alle Feuchtigken davon verzehretwerde, welches erst nach etlichen Tagen, und nachdem die Zeit deß Jahrs ist, eher oder langsamer zu geschehen pfleget. Die gantze Kunst aber ein schönes Saltz zu bereiten, ist, wie wir oben ange⸗ mercket haben, an den Weinstein gelegen: Ich habe gemeiniglich aus 300. Pfund der Levantischen Aschen, 80. biß 0. Pfund Saltz bekommen.

Wann nun das Saltz wohl getrocknet, so wird es gröblich zerbrochen, in den Calcinier oder Asch⸗Oefen, bey gelinder Hitze ferner gedörret, und mit einem eisernen Instrument oder Rührhacken, oder gleich wie die Fritta,

durch⸗