von der Glaßmacher⸗Kunst. 3
nehmen, daß man dasjenige erwehle, welches am Saltz reichsten ist/ welches
mit der Zung und dem Geschmack geprüfet und erkannt wird; unter allen aber ist der sicherste Weg dieser, daß man es in einem Schmeltz Tigel probi⸗ re, und sehe, od es mehr Sand oder Tarsi hat, als welches unter die Lehr⸗ stüͤcke dieser Kunst gehörig/ und denen Glaßblasern sehr wohl bekannt ist. Ferner sollen unterschiedene aus Glockenspeiß gegossne Kessel, mit ih⸗ ren unterbauten Oefen, nach der Art, wie es die Färber haben, bey Handen seyn, und solche entweder grösser oder kleiner, je nachdem man viel oder we⸗ nig Saltz bereiten und extrahiren will: Diese Kessel werden mit frischen Wasser angefüllet, und alsdann ein Feuer vom dürren Holtz, welches nicht sehr rauchet, untergeschieret; wann nun das Wasser wol aufzusieden hat angehoben, so werffe man einen Theil deß gesiebten Aschen⸗Pulvers hinein, und zwar so viel, als die Menge deß Wassers zu erfordern scheinet; das Feu⸗ er hält man immer fort, biß durch stetiges Kochen, der dritte Theil deß Was⸗ sers verrauchet sey; in währender Kochungs⸗Zeit aber, muß es auf den Bo⸗ den deß Kessels mit einem Rührscheit, immerzu umgerühret werden, damit das hineingeschüttete Pulver dem Wasser sich einverleibet, und das darin⸗ nen enthaltene Saltz/ vom Wasser ausgezogen werde: Nach diesem füllet man die Kessel wiederum mit frischen Wasser, und lässet es also siedend biß zur Helffte abrauchen, so wird die Lauge saltzigt genug und fertig seyn. Will man aber ein noch weisser und häuffiger Saltz erhalten, so wirfft
man in das siedende Wasser deß Kessels, vor dem Zusatz deß Pulvers, 10.
Pfund rothen und biß zur Schwärtze gebrandien Weinstein, lässet solchen darinn zergehen, rühret es mit einem Holtz wohl herum, und schüttet als⸗ dann das bewuste Pulver darzu hinein: diese Manier den Weinstein zuzu⸗ setzen ist noch geheim, vermittelst welcher man mehrers Saltz bekommet/ und wird auch das Crystall schöner und weisser.
Wann zwey drittheil deß Wassers verkochet, und die Lauge starck vom Saltz worden, so wird das Feuer gemindert, und werden unterschiedliche neue, und irrdene Geschirre,(so vorbero 6. Tag lang mit gemeinen Wasser angefüllet gewesen, damit sie desto weniger Lauge und& altz in sich ziehen,) nach der Reihe hin gesetzet; olsdann wird die Lauge samt der Asche aus den Kesseln, mit grossen eisern Löffeln, in diese irrdene Geschirre gegossen, und wann sie voll,lässet mans z. Tage stehen, wann solche Zeit verflossen, und sich die Aschen auf den Boden gesetzet hat, so mird all die lautere Laugen gemäh⸗ lich hamit nichts unreines vom Grunde aufsteige, und die Lauge trüb ma⸗ che,) mit küpffern Löffeln, in andere Geschirre übergegossen, und abermal 2. Tage dahin gestellet, damit sich die— irrdische Unreinigkeit gar setze
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