Druckschrift 
Johannis Kunckelii ... Ars Vitraria Experimentalis, Oder vollkommene Glasmacher-Kunst, Lehrende ... aus unbetrüglicher Erfahrung, herfliessendem Commentario, über die ... sieben Bücher P. Anthonii Neri, von Florenz, und ... Anmerckungen Christophori Meretti ... Die Allerkurtz-bündigsten Manieren, das reineste Chrystall-Glas, alle gefärbte oder tingirte Gläser ... zu machen ...
Entstehung
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2 ANTONILNERI Erstes Buch.

nier/härter und schöner, als sie ordinari sind, können bereitet werden: Item eine Art und Weise, allerley Sorten von geschmeltzter Arbeit oder Smalten zu machen, mit mancherley Farben, als Gülden, Nosen-und durchscheinend Rubin⸗roth/ welches bey uns Europäern eine gantz neue Sache ist: Inglei⸗ chen die allerleichteste Manier die Lacca aus den Kermes⸗Beeren, Brasi⸗ lianischen HoltzFärber⸗Röthe, Pfrimmen⸗Krautblumen, Lilien, Kohlblu⸗ men, Borragen⸗Blumen, Feld⸗und Garten⸗Rosen, Granaten⸗Blühe, ro⸗ then und Fleischfarben Rosen, und allen andern Kräutern und Blumen aus⸗

maßin. Ingleichen die Ultramarin· Farbe und andere curieuse Sachen zu machen. ö

Das Erste Capitel. Wie das Saltz aus dem Pülverlein, Rochetta, und aus der Soda

Hispanica auszuziehen, vermittelst welches die Frirta Cry⸗

stalli, von den Italiänern Bollito genannt, zubereitet wird

als darinnen das kundament der gantzen Glaßmacher⸗Kun bestehet, mit einer gantz neuen und geheimen Manier.

ö As Pülverlein oder Rochetta, welches aus Orient von Syrien und Levante kommet, ist die Asche eines gewissen Krautes, so allda häuf⸗

fig wächst/ diese Asche giebet ohne Zweiffel ein viel weisser Saltz als die Spanische Soda: So man derowegen ein schönes und vollkommenes Crystall verfertigen will, muß solches geschehen mit dem extrahirten Sal 6, aus der oberwähnten Leantischen Rochetta. Denn ob wohl die Spanische Soda Saltzreicher, so kommer doch das Crystall, mit diesem Salt bereitet, allezeit etwas blaulicht, und hat keine so schöne Farbe und weissen Glantz, gleich diesem Crystall, welcher aus dem Levantischen Pülverlein Rochetka ist bereitet worden.

Die Manier aber, das Saltz so wohl aus der Rochetta, als Soda vollkömmlich zu extrahiren, ist diese nachfolgende, welche ich auch zum öff⸗ tern versuchet. ö

Nachdem diese Syrische Asche/ in einem steinern Mörsel, mit einem ei⸗ seren Stämpel zerstossen worden, muß sie durch ein enges Sieb, damit nur die blosse Asche, ohne die gröblichten Stücklein durchfalle geschlagen wer⸗ bes sintemal hierinnen die Kunst viel oder wenig Saltz zu überkommen

estehet. Beny Einkauffung die ser oder der andern Sorten, ist dieses in acht zu

neh⸗

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