Druckschrift 
Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft / von Immanuel Kant
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 | 3 )

So lange also noch für die<hymischen Wirkungen der

Materien auf einander kein Begriff ausgefunden wird;.

ver sic) construiren läßt, d,i. kein Geseß der Annäherung oder Entfernung der ENE angeben läßt, nach welchem etwa in Proportion ihrer Dichtigkeiten u. d. g. ihre Be- wegungen sammt ihren Folgen sich im Raume'a priori anschaulich machen und darsiellen lassen,(eine Foderung, die schwerlich jemals erfülle werden wird) so kann Chy- mie nichts mehr als systematische Kunst, oder Experi- mentallehre, niemals(s aber eigentliche Wissenschaft wer- den, weil die Principien derselben blos empirisch sind und Feine Darstellung a priori in der Anschauung erlauben folglich die Grundsäße<Hymischer Erscheinungen ihrer Möglichkeit nach nicht im mindesten begreiflic) machen,

weil sie der Anwendung der Mathematik unfähig sind. Noch weiter aber, als selbst ChHymie, muß empiri- sche Seelenlehre jederzeit von dem Range einer eigent- lich so zu nennenden Na turwissenschaft entfernt bleiben, erstlich weil Mathematik auf die Phänomene des inneren Sinnes und ihre Geseße nicht anwendbar ist, man müße- te denn allein das Geses der Stetigkeit in dem Abslusse der inneren Veränderungen desselben in Anschlag brin- gen wollen, welches aber eine Erweiterung der Erfennt- niß seyn würde, die sich zu der, welche die Mathematik der Körperlehre. verschafft, ohngefähr sv verhalten würde, wie diekehre von den Eigenschaften der geraden Finie, zur *gan-

->