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Über Wollhandel und Wollmanufaktur in Grossbritanien von frühester bis auf gegenwärtige Zeit : nach amtlichen Urkunden / von Cäsar Moreau
Entstehung
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noch viele andere seiner Unterthänen beträfe, er keinen bestimmten Bescheid darüber erlassen könnte, bis daß er die Sache näher in Erwägung gezogen haben würde.(Foed. V. Ul. p.p. 482. 488.) 1315. Es ist erwiesen, daß im nördlichen Theil des französischen Gebietes bedeutende Woll- manufafturen gewesen seyn müssen, da König Philipp so schr wünschte, daß englische Wolle nach St. Omer und Lisle gebracht würde, und jeßt forderte sein Sohn Louis den König Eduard recht ernstlich auf, einen Stapelplaß zum Verfauf der englischen"Wolle in irgend einem Theile Frank» reichs, zwischen Calais und der Seine, zu errichten. Bevor König Eduard hierüber irgend etwas

bestimmte, forderte er eine Anzahl der-gescheutesten und erfahrensten englischen Kaufleute auf, mit

dem Parlamente, welches sich zu Lincoln im nächsten Januar versammeln sollte, zu deliberiren, was in der Sache zu thun sey( 18ten December).=- Diese Versammlung von Kaufleuten kann die erste Grundlage eines Handels- Consiliums genannt werden.(Foed. V. II. pr. 543.)

1327. König Eduard ertheilte ein Patent. zu Gunsten der Manufakturen, welche zu Nor- folk zur Fabrikation'gesponnener Wollenwaaren errichtet worden waren; kurze Zeit darauf ward ein Inspektor und Vermesser solcher Stoffe ernannt.(Rot. pat, s6&t. 2. Edouard II. a tergo and prim. 3. Edou. II, m. 1.) Dies ist wahrscheinlich die erste existirende Notis einer Manu- faftur, welche, in jenem Theile des Landes, ein Gegenstand von großer Wichtigkeit geworden ist.=-

1331. König Eduard benußte die Gelegenheit, da Unruhen unter den Fabriken Flanderns herrschten, um sie aufzufordern, sich nach England zu"begeben. Die erste Person, welche hierauf nach England zog, um daselbst ihr Geschäft zu betreiben und diejenigen zu unterrichten, die ihrer Lehren bedurften, war John Kempe, ein Wollentuchweber 3 diesen nahm der König mit seinen Arbeitern, Dienern und Heerden unter seinen Schuß. Bei dieser Gelegenheit versprach er den übrigen Wollwebern, Färbern und Walkern gleiche Begünstigung, wenn sie sich in seinem Königreiche niederließen.(Foedera V. IV. p..496.) Diese fleine, aber sehr achtungswerthe Kolonie, ob- gleich nicht(wie manche glaubten) die ersten Gründer der Wollmanufakturen in England, kann mit Recht als die Gründer der Manufakturen feiner Wollentuche betrachtet werden, welche wäh- "rend mehrerer Jahrhunderke mit dem größten Recht als der wichtigste Zweig der Indusirie des Landes betrachtet wurde.

1336. König Eduard war, selbst während der Zeit, wo er die größten Anstrengungen an- wandte, Schottland und selbst Frankreich zu überwinden, beschäftigt, das sehr nüßliche Projekt in Ausführung zu bringen, Wollenmanufakturen in seinem Staat zu gründen.=- Er sandte(von Bethwell im westlichen Theil Schottlands) zweien Webern aus Brabant einen Schußbrief, da sie beabsichtigten, ihre Geschäfte in Yorf zu betreiben 3 er drückte darin seine Hoffnung aus, daß durch ihre Industrie und ihr Beispiel seinen Unterthanen Vortheil erwachsen würde.

Kurze Zeit darauf nahm er gleichfalls eine große Anzahl Wollenmanufakturisten aus Seeland mit ihren Familien und ihren Arbeitern unter seinen Schuß.(Foedera YV. IV. pp. 723. 751.)

1337. Das Parlament sette Todesstrafe darauf, Wolle aus dem Königreich auszuführen;z es verordnete ferner; daß von Michaelis ab kein Mann noch Frau, von welchem Range sie im-