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trag von einem wohleingeduͤngten Acker noch ein— mal so eintraͤglich war. In großen ungeduͤngten Feldern blieben wenige Stauden uͤbrig, die einen Halm und kurze Aehren hatten; der Ertrag konnte also nicht anders, als sel hr geringe seyn. Der große und betraͤchtliche Ertrag eines Feldes haͤngt nicht davon ab, daß die Halme sehr dicht stehen, son⸗ dern von der Laͤnge und Fuͤlle der Aehren; diese Fuͤlle der Aehren richtet sich aber bloß nach der Fet⸗ tigkeit des Bodens. Ein gut Lingeduͤngtes Land giebt, Jahr aus Jahr ein gerechnet, wenigstens noch einmal soviel Koͤrner, als ein mageres, die Wit⸗ terung mag auch seyn, wie sie will, naß oder trok— ken. Man mache am Ende des Dieschens seine Berechnung, nicht vom ganzen Felde im Durch— schnitt, denn hier muß das fette Land dem magern Acker aushelfen; sondern man berechne das fette und magere Land allein, und schließe dann: wenn mein halbes Feld so viel ertragen haͤtte, als das fette Stuͤck, so haͤtte ich eben so viel, als das uͤbergroße, ungeduͤngte Feld giebt. Dazu erwaͤge man, daß wir so viel mehr schlechte Winter und fuͤrs Getraide verderhliche Witterung haben, die dem magern Acker mehr, als dem gut geduͤngten schaden. Unser Klima hat eine eigene Beschaffen⸗ heit; unsere Witterung ist, im Verhaͤltniß der be— nachbarten Laͤnder, so außerordentlich, daß man
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