Teil eines Werkes 
1 (1776) Des Ritter Carl von Linné Auserlesene Abhandlungen aus der Naturgeschichte, Physik und Arzneywissenschaft. 1
Entstehung
Einzelbild herunterladen

328 XIV. Bon den Kräften der Pflanzen,

ums Leben, doch mehr hier zu Land als bey den Sndlän- dern. Ein Hund folgt in der volkreichſten Stadt ſeinem Herrn, bloß durch den Geruch geleitet. Ein gewiſſer Em- pirifus zu Amſterdam erwarb ſich erſtaunendes Geld, durch den bloſen Geruch des Urins, woraus er den Tod oder das Seven prophezeyen. konnte; denn bey Sterbenden hat der Harn keinen Geſtank,(Borrh.) Geile Weibsperſonen be- zaubern die Jünglinge, und der Geſtank der brünſtigen Thie- re veißt andere zur Begattung. Die Rnabenkrautgat- tungen(Orchis) erwecken durch ihren reizenden Geruch die Begattungstriebe, Der Amber macht durch ſeinen an- genehmen Geruch, daß die Vornehmen in der Barbarey ein hohes Alter erlangen, wo der gemeine Pöbel nicht alt wird. Ein Apotheker in Calekutien ſoll durch den Geruch des Am- bers 169. Jahr alt geworden ſeyn. Die Coloquinte, wel- <e abſcheulich ſtinkt, purgirt und vomirt durch den bloſen Geruch, wenn dieſer ſich verliert, ſo iſt fie unfräftig. Wobhl- riechende Dinge vertreiben die Mülben, heilen anſtecfende Krankheiten und Ausſchlag der Haut, gefauet bewahren ſie vor dem Anſtecken. Bey den Bewohnern von Saba, wel- <<e ſic) beſonders an wohlriechenden Blumen ergößen, iſt die Schlafſucht eine einheimiſche Krankheit, weil ſie durch die wohlriechende Dinge die Nerven zu ſehr einſchläfern. Alle dieſe Mittel ſind daher in der Schlafloſigkeit, und äuſſerlich gebraucht dienlich. Der Safran Z. E, macht ſchläfrich und ſtillt äuſſerlich auf den Leib gelegt das Erbrechen. Sau- re Dinge verſtärken meiſtentheils den Geruch; die Bieſam- kinktur mit Weingeiſt bereitet riecht wenig, ſehr ſtark aber, wenn ſie mit Weingeiſt gemacht iſt, Der Geruch, von ſau-

ern Dingen Z. E. von Eßig, ſtärkt und erhält, in Faul--

fiebern und Ohnmachten, die Kräfte gar ſehr. Strinkende Dinge, als Buchsbaum, Hanf, Hopfen, Raute, Hollunder, Wallnuß und Sammerblumen, ſcha- den durch ihren ungeſunden Dunſt vielfältig(*), daher taugt

(*) It, Gothl, p, 204. 205,

hanisbs (urfte| Or de! wma duthwe (odaut! vll Galler: wörbede Wenge: Auebero Di zel ſy, d 97)

white 190

[1 yime gti