Teil eines Werkes 
1 (1776) Des Ritter Carl von Linné Auserlesene Abhandlungen aus der Naturgeschichte, Physik und Arzneywissenschaft. 1
Entstehung
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XIV, Von den Kräften der Pflanzen, 319

weil ſie der Geruch und Geſchmack davon abhält, Das Rind»- vieh hingegen frißt ihn ohne Schaden, weil es der nehmliche Geruch und Geſchmac anlo>t.(It. Weltg. p. 6.) Es verdient angemerkt zu werden, auf. welche Weiſe der Schö- pfer gewiſſe Pflanzen, für gewiſſe Thiere zum Futter be- ſtimmt hat. Damit eine Gattungder andern nicht alle Nahrung wegnehme: ſo hat er in verſchiedene Pflanzen für einige Thiere ein Gift gelegt, daß ſie ſolche nicht ohne die här=. teſte Strafe berühren dürfen, und damit keines aus Unwiſ- ſenheit dieſes Geſees von ohngefähr des Todes ſey: ſo hat er jedem den Geruch und Geſchmack zugetheilt, der mit dieſem Endzweck übereinſtimmt. Cben ſo merkwürdig iſt es, daß ſich der Geſchmack den verſchiedenen Umſtänden nach ändert. In Faulfiebern, kann man weder den Geruch noch Geſchmack von gebratenem Fleiſch leiden, ſaure Dinge hingegen behagen uns alsdann ſehr.Jn der Bleichſucht und bey Magenſäu- re der Kinder, ſ<hmecken erdige Dinge, als Kohlen, Krei- de, gebrandter Thon, gut und ſind auch heilſam. So auch bey andern Umſtänden,

GS. 37- F. B. G. 357.»»Die Pflanzen ſind auf trockenen Pla» ßen ſchmackhafter als auf feuchten, an wäſſerigen Oertern ſind ſie oft freſſend.*

Die vortreſlichſte gewürzhafte Pflanzen wachſen auf trockenen Pläßen z. CE. der Zimmt, Roſmarin, Salbey, Thymian, Saturey, Wirbeldojte(Clinopodium) Doſten(vriganum) Lavendel, Iſopp, Meliſſeund Rarenmünze.(Nepera) Dieſe, wenn fie an Speiſen gethan werden, geben ihnen einen ſtärkeren Geſchmack und machen Appetit zum Eſſen. Einige Pflanzen dieſer Klaſſe ſind nicht ſo wohlſchmeckend und wohlriechend, z. E. das Schildbraut (Scutellaria) der YVolfsfuß(Lycopus) das Ratzentte- ſicht(Galeoplis) der Roßboley(Stachys)»zAuf etwas feuchten Oertern ſind die Pflanzen geſchmackloſer.t* Der-

glei-