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Neigungswinkel, oder was gleichviel iſt, je abhän- giger die Ebene iſt. In beiden Fällen kann jedoch die Beſchaffenheit der Erde die Nachtheile der Ver» minderung derſelben modificiren, denn nicht nur ihre Feſtigkeit iſt verſchieden, ſondern auch ihr Widerſtand gegen das Waſſer, welcher durch die Größe der Maſſentheile, durch Form, Cohäſion und Adhäſion an das Geſtein begründet wird. So wird z. B- Sand leichter hinweggeſpült als Mergel, und dieſer leichter als Thon.
Wie aber auch die Beſchaffenheit der Erde ſeyn
mag, ſo iſt ſchon eine kleine Neigung hinreichend;
um die lockere Erde von den Felſen hinwegzuſpülen. Die Neigung der mit Erde und Pflanzen bedeckten Bergabhänge iſt in der That viel geringer, als wir ſie gewöhnlich nach dem Augenmaaße zu beurtheilen pflegen. Der berühmte Humbold hat uns in die- ſer Hinſicht Beobachtungen mitgetheilt*). Nach ſei- nen Meſſungen ſcheint uns ein Abhang von 15 Gra- den ſchon ſchr abſchüſſig, und ein ſolcher von 37 Graden ſchon ſo ſteil, daß wenn er mit dichten Na- ſen bewachſen wäre, er kaum erſtiegen werden könnte. Ich ſelbſt habe in der Schweiz mehrere Unterſu- hungen dieſer Art angeſtellt und gefunden, daß die Neigung der Alpenwieſen ſelten einen Winkel von
*) Reiſe in die Aequatorialgegenden des neuen Conti- nents. 1. 224.


