Strohms oder eines Grabens ausfindig machen will. Das Gefälle eines Strohms gehet aber nicht immer in einer geraden abſchüſſigen Linie fort, ſondern wenn an einer Stelle mehr Gefälle vorhanden iſt, als an der andern, ſo iſt auch die Oberfläße des Waſſers daſelbſt ſchräger, oder mehr unter die Horizantallinie geneigt. Will man daher nur das Gefälle eines Fluſſes überhaupt auf einer gewiſ- Fig,.28. ſen Diſtanz, z- B. Fig. 28. von a bis db wiſſen, ſo iſt es nicht ndthig, längs des Fluſſes ſelbſt zu nivelliren, ſondern man kann einen jeden andern und be- quemern Weg, z. B. ac d b, oder ae fb zur Nivellirlinie wählen. Soll aber das auf dem Fluß ſich findende ſtärkere und ſchwächere Gefälle zugleich be- ſonders ausgemittelt werden, ſo ſind die Vunkte g, h, i. wo ſich nach dem, un- ter dieſer Figur vorgeſtellten Profil der Oberfläche des Waſſers merkliche Abwei- <hungen des Gefälles finden, beſonders zu nivelliren, und dieſerhalb auf dieſen Stationen Pfähle einzuſchlagen, deren Köpfe mit der Oberfläche des Waſſers gleich ſtehen, und auf welche das Signal beym Nivelliren aufgeſtellt wird.
Anmerk. Ju einem aufgetragenen Nivellirungsriß von einem Fluß, muß auch die Tiefe des Strohms, Und die Höhe der Ufer bey den Stationen, beſonders gemeſſen und im Rib aufgetragen werden.
4.23.
Wer mit der geometriſchen Aufnahme der Felder bekannt iſt, wird wiſſen, daß bey dem Auftragen der gemeſſenen Figuren der Schluß derſelben erfolgen muß, wenn man ſowohl beym Aufnehmen, als auch beym Auftragen, richtig ver- fahren hat, das iſt, es muß die leßte auf dem Felde gemeſſene Linie, nach dem verjüngten Maaßſiabe, nebſt dem gemeſſenen Winkel beym Auftragen, genau an dem Punkt, bey welchem man zu meſſen und aufzutragen anfing, anſchließen. Beym NMivelliren hat man aber dieſe Verifikation der Arbeit nicht, ſondern die bey aller Vorſicht dennoch leicht möglichen Verſehen, durch unrichtiges Anſchrei- ben der am Signal bemerkten Maaße, oder die auf dem Maaßſiabe falſch ab- genommenen, bleiben unentde>t, wenn man nicht durch ein nochmaliges Nivel- lement eine Probe macht. Nur aus der Uebereinſtimmung mit der erſten Ab, wägung kann man den Schluß ziehen, daß das Nivellement richtig ſey. Weil nun hieran gar viel gelegen iſt, ſo muß die Anſtellung eines zweyten Nivelle- ments als Probe des erſtern niemals unterlaſſen werden. Man nivellirk dabey


