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Abriss der Cameral Bauwissenschaft : zu Vorlesungen entworfen / von D. Gilly
Entstehung
Seite
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dern leichien Bedeckungen aber fünf bis fünf und einen halben Fuſs.

Schon vor länger als 200 Jahren erfand ein franzöliſcher Baumeiſter Philibert de Orme eine Conſtruction der Dächer von doppelt zuſam- mengeſchlagenen kurzen Brettſtücken, nach Art der Kränze der Mühlenräder. Dadurch werden bogenförmige Sparren formirt, und ſelbige von beyden Seiten zuſammengeſtellt, ſo daſs ein ſol- ches Dach einem gothiſchen, ſogenannten Spitz- gewölbe gleicht. Man kann dieſe Sparren ſo lang machen als man will, mithin ſehr breite Ge- bäude damit überbauen. Sie ſchicken ſich be- fonders zu ganz runden Kuppeln, zu Gebäuden, welche ihrer Beſtimmung nach inwendig ganz frey oder hohl ſeyn müſſen, und die auch we- der Balken noch Dachboden erfordern; allein auch in dieſem Falle geben dieſe Bohlen- dächer wegen der bogenförmigen Geſtalt der Sparren, einen gröſsern Raum als andere Dä- cher. Sie find daher bey Scheunen und an- dern Gebäuden, wo dieſer Raum gebraucht wer- den kann, ſehr nützlich. Da auch dieſe Dä- cber keinen weitern innern Verband oder Dach- Mühle, und kein langes oder flarkes Holz, ſon- dern nur allerlei kleine, zu Brettern aufgeſchnit- tene Stücke von 6 bis 8 Fuſs lang erfordern, welche ſogar krumm ſeyn können: ſo können dazu die ſchicklichſten Stücke, aus ſonſt zum Bauen unbrauchbaren Bäumen, auch Enden von vorgedachter Länge, die man in auſser- dem ſchadhaften Bäumen wohl antrifft, zum Auſſchneiden genommen werden, und es ex-

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